Tageblatt Flèche du Sud

Königsetappe: Zwei Luxemburger auf dem Podium, Van Kerckhove siegt

Arno Wallenborn (Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur) und Mats Wenzel (FSCL) sind auf der 3. Etappe der Tageblatt-Flèche du Sud aufs Podest gefahren. Auf der Königsetappe rund um Burscheid ließ sich das luxemburgische Duo lediglich von Matisse van Kerkhove (Visma-Lease a Bike) schlagen.

Matisse van Kerckhove jubelt nach Erfolg am Freitag in Burscheid

Matisse van Kerckhove jubelte am Freitag in Burscheid Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Es waren genau 13 Fahrer, die sich vorneweg auf die Schlussrunde in Burscheid machten – und darunter nur noch zwei Fahrer von Visma-Lease a Bike. So dominant das niederländische Team auf den ersten beiden Etappen gewesen war, so unruhig wirkte das verbliebene Duo auf der Schlussrunde. „Sie hatten ihre Schwierigkeiten im Finale“, sagte Arno Wallenborn (Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur). „Sie haben sehr viel über Funk geredet. Ich glaube, sie hatten nicht mehr so viel Vertrauen, haben dann am Ende ihre Überzahl trotzdem clever ausgenutzt.“

Dass es Visma-Lease a Bike so schwer bekam, lag auch an zwei Luxemburgern, die den Sieg nur knapp verpassten. Mats Wenzel (FSCL) führte die Spitzengruppe auf der letzten Runde an, und auch Wallenborn machte vor der Schlussrunde einen starken Eindruck. Am Ende leistete der deutsche Visma-Profi Anton Schiffer die entscheidende Vorarbeit: Vor dem letzten Anstieg zog er das Tempo enorm an und bereitete so den entscheidenden Angriff von Matisse van Kerckhove vor, der anschließend bis ins Ziel nicht mehr eingeholt wurde. Visma wirkte vielleicht unruhig, zog seinen Plan aber routiniert durch und gewann so auch die dritte Etappe.

Wallenborns größter Erfolg

Im Sprint um Platz zwei, nur fünf Sekunden hinter dem Sieger, kam es dann zum rein luxemburgischen Duell zwischen Wallenborn und Wenzel, das Wallenborn hauchdünn gewann. „Wir hatten vor der Etappe gesagt, dass wir schauen, wie es läuft, keine Verantwortung übernehmen und einfach nur Rennen fahren“, erzählte Wallenborn. „Alex (Kess) war lange dabei und hat mir geholfen. Das Team hat uns vorher super in die letzte Runde gebracht. Das Podium hier ist mehr, als ich erwartet habe. Ich bin schon ein paar Mal die Flèche du Sud gefahren, als es noch ein 2.2-Rennen war, und da bin ich nicht so weit vorne gelandet.“

Arno Wallenborn und Mats Wenzel sprinten um den zweiten Platz

Arno Wallenborn (links) und Mats Wenzel (rechts) sprinteten um Platz zwei Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Für den 23-Jährigen ist dieser zweite Platz der größte Erfolg seiner Karriere. „Ich mache Radsport, um auch mal vorne mitzuspielen und nicht immer nur auf die Fresse zu kriegen. Ich hatte keinen guten Start in die Woche, weil ich gesundheitlich angeschlagen war. Umso geiler ist dieser Podiumsplatz.“

Van Kerckhove hat Profivertrag schon sicher

Auf Platz drei landete mit Wenzel ein weiterer Luxemburger. „Es war eine sehr schnelle Etappe“, sagte der Profi von Kern Pharma, der bei der Flèche du Sud für die Nationalmannschaft fährt. „Ich war froh, dass früh Rennen gefahren wurde. Am Ende gingen Visma dann die Ressourcen aus und die letzte Runde wurde etwas langsamer. In den letzten Anstieg sind wir dann voll rein, und dann haben die Beine entschieden. Im Endeffekt war es nicht taktisch, ich habe also keine Fehler gemacht. Die Beine haben gesprochen, und Van Kerckhove war einfach stärker.“

Für Matisse van Kerckhove war es der zweite Profisieg. Der 19-jährige Belgier gehört noch zur Development-Mannschaft, hat in diesem Jahr aber bereits die Istrian Spring Tour (2.2) gewonnen und wird ab der kommenden Saison zum WorldTour-Team von Visma dazustoßen. „Es war eine wirklich harte Etappe“, sagte van Kerckhove. „Das Team hat einen tollen Job gemacht, und ich habe mich im letzten Anstieg gut gefühlt.“

Papi als Ausreißer

Van Kerckhove wurde 2025 Vize-Europameister im Zeitfahren der Espoirs – nun hat er auch seine Kletterqualitäten unter Beweis gestellt. „Ich bin mich noch selbst am Entdecken. Ich weiß noch nicht, was ich am besten kann. Die Etappe am Samstag wird noch schwer zu kontrollieren sein. Wir brauchen das ganze Team, um die Führung zu verteidigen. Aber wir werden das schaffen.“

Zu Beginn der Etappe setzte sich Lennox Papi im Trikot der Nationalmannschaft gemeinsam mit sechs weiteren Fahrern vom Feld ab. Die Ausreißergruppe erarbeitete sich zwischenzeitlich einen Vorsprung von bis zu 2:40 Minuten aufs Peloton. Dort bestimmten vor allem die gelb-schwarzen Trikots von Visma-Lease a Bike das Tempo, wobei auch Gesamtleader Matthew Brennan viel Führungsarbeit an der Spitze des Feldes verrichtete.

Zwei Luxemburger auf dem Podium der Königsetappe

Zwei Luxemburger auf dem Podium der Königsetappe Foto: Luis Mangorrinha/Editpress

Rund 80 Kilometer lang behaupteten sich Papi und seine Mitstreiter an der Spitze, ehe sie vom Feld wieder gestellt wurden. Für seinen engagierten und mutigen Auftritt wurde Papi anschließend als kämpferischster Fahrer des Tages ausgezeichnet.

Wallenborn und Wenzel wollen noch was versuchen

Bereits bei der ersten Passage über die Ziellinie, 42 Kilometer vor dem Ziel, hatte sich das Hauptfeld deutlich verkleinert. Nur noch etwa 30 Fahrer befanden sich in der ersten Gruppe, die weiterhin in hohem Tempo von den Fahrern von Visma-Lease a Bike angeführt wurde. Nicht mehr dabei war Brennan, der seine Arbeit für die Teamkollegen zuvor erfolgreich erledigt hatte und in der Gesamtwertung am Ende auf Rang 64 zurückfiel.

Van Kerckhove gewann also die Etappe und übernimmt im Gesamtklassement jetzt mit fünf Sekunden Vorsprung vor Wenzel und seinem Teamkollegen Schiffer die Führung. Auf Platz vier folgt Wallenborn, ebenfalls auf fünf Sekunden. „Ich werde noch etwas versuchen, wir werden offensiv fahren“, sagte Wenzel. Und auch Wallenborn gibt sich noch nicht ganz zufrieden. „Die Steinfort-Etappe wird nicht einfach. Auf dem Papier ist sie natürlich nicht so schwer wie Burscheid. Ein Podium bei einem Profirennen wäre ein Riesenerfolg.“

Die letzte Chance, im Gesamtklassement noch etwas zu verändern, bietet sich wohl am Samstag rund um Steinfort. Das Finale am Sonntag rund um Belval dürfte dagegen im Sprint entschieden werden.

Bewegende Momente: Die Tageblatt Flèche du Sud in Bildern

Einnmal rund um Stadtbredimus unweit der schönen Mosel ging es bei der ersten Et...
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Einnmal rund um Stadtbredimus unweit der schönen Mosel ging es bei der ersten Etappe der Tageblatt Flèche du Sud am Mittwoch. Im Hintergrund: natürlich Weinberge. In der Gegend hat die Redaktion auch den Domaine-Tageblatt-Rivaner angebaut. © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Die erste Etappe führte die Radsportler 94,2 durch den Osten Luxemburgs.
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Die erste Etappe führte die Radsportler 94,2 durch den Osten Luxemburgs. © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Im Feld: der Luxemburger Charel Meyers
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Im Feld: der Luxemburger Charel Meyers © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Schlusssprint in Stadtbredimus: Der Gewinner heißt Matthew Brennan
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Schlusssprint in Stadtbredimus: Der Gewinner heißt Matthew Brennan © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Pit Leyder
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Pit Leyder © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Bei der zweiten Etappe geht es am Donnerstag 151,2 km um Rümelingen
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Bei der zweiten Etappe geht es am Donnerstag 151,2 km um Rümelingen © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Der Luxemburger Radsportler  Mil Morang
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Der Luxemburger Radsportler Mil Morang © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Abfahrt auf Etappe 2
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Abfahrt auf Etappe 2 © Editpress Photo - Luis Mangorrinha
Zieleinfahrt in Rümelingen: Erneut gewinnt...
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Zieleinfahrt in Rümelingen: Erneut gewinnt...
.... Matthew Brennan
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.... Matthew Brennan © Editpress Photo - Luis Mangorrinha

Im Überblick

75. Tageblatt-Flèche du Sud, 3. Etappe: Burscheid-Burscheid (156,5 km):
1. Matisse van Kerckhove (BEL/Visma) in 3:54:11 Stunden, 2. Arno Wallenborn (LUX/Lotto Kern-Haus), 3. Mats Wenzel (Luxemburg), 4. Anton Schiffer (DEU/Visma) alle auf 0:05 Minuten, 5. Toralf Martinsen (NOR/Drali-Repsol) 0:06, 6. Olivier Godfroid (BEL/Baloise), 7. Bert Bolle (BEL/VolkerWessels), 8. Théo Herbert (FRA/Vendée U) alle auf 0:09, 9. Ryan Gal (NL/Metec) 0:15, 10. Edgar Cadena (MEX/Storck) 0:18, ... 35. Loïc Bettendorff (LUX/Hrinkow), 36. Noé Ury (LUX/Storck) beide auf 2:34, ... 38. Alexandre Kess (LUX/Lotto Kern-Haus) 3:12, ... 63. Mil Morang (LUX/Lotto Kern-Haus), 65. Yannis Lang (Luxemburg), ... 66. Lennox Papi (Luxemburg) alle auf 11:5, 86. Flavio Astolfi (Luxemburg), 87. Charel Meyers (Luxemburg) beide auf 13:06, ... 104. Pol Breser (Luxemburg), ... 111. Alex Kerrens (Luxemburg) beide auf 21:33
Gesamtwertung nach 3 von 5 Etappen:
1. Van Kerckhove in 9:45:02 Stunden, 2. Wenzel, 3. Schiffer, 4. Wallenborn alle 0:05, 5. Martinsen 0:06, 6. Bolle, 7. Godfroid, 8. Herbert alle 0:09, 9. Gal 0:15, 10. Cadena 0:18, ... 35. Ury, ... 37. Bettendorff beide auf 2:34, ... 38. Kess 3:12, .. . 57. Morang, ... 59. Lang, ... 62. Papi alle auf 11:51, ... 71. Astolfi 13:06, ... 91. Meyers 21:18, ... 101. Kerrens 23:42, ... 106. Breser 29:27

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