FLBB-Herren

Alte Probleme, gleiche Tugenden: Fazit nach dem zweiten Zeitfenster der EM-Vorqualifikation

Nach dem fast perfekten ersten Zeitfenster im November mit den beiden Siegen gegen Irland und Aserbaidschan ging das zweite am Montag für die FLBB-Herren ohne Sieg zu Ende. Dennoch behält das Team von Trainer Ken Diederich die Chance, sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Ein Überblick über die Erkenntnisse dieses Zeitfensters.

Trotz der beiden Niederlagen zeigte sich Ken Diederich stolz auf den Kampfgeist seiner Spieler

Trotz der beiden Niederlagen zeigte sich Ken Diederich stolz auf den Kampfgeist seiner Spieler Foto: FIBA

Das Dreier-Problem

Es waren die altbekannten Probleme, die in den beiden Spielen des zweiten Zeitfensters wieder auftraten. Im November hatten es die FLBB-Herren endlich geschafft, auch von der Dreipunktelinie so richtig zu überzeugen. Beim Heimspiel gegen Irland landeten 16 Versuche im Korb, auswärts in Aserbaidschan waren es zwölf. Sogar die fast unmöglichen Versuche saßen zum Auftakt der Vorqualifikation. Der Sieg gegen Irland im ersten Spiel war zweifelsohne auch auf eine Trefferquote zurückzuführen, wie sie die FLBB-Herren bisher nur selten gekannt hatten.

Am Freitag und Montag fiel man aber sozusagen wieder in das alte Muster zurück. In Nordmazedonien landeten gerade einmal vier Distanzwürfe, am Montag in Dublin sieben im Korb. Vor allem gegen Irland war dies der spielentscheidende Faktor, denn die insgesamt 14 Dreier der Gastgeber – viele gerade in den Momenten, in denen sich die FLBB-Herren wieder herangekämpft hatten – sorgten im Endeffekt dafür, dass sich die Iren in dieser intensiven Partie durchsetzen konnten. „Sie lebten ein wenig auch von der Euphorie in diesem sehr physischen Match. Am Ende machten ihre 14 Dreier einfach die Differenz“, bestätigte auch Nationalcoach Ken Diederich.

Der Rebound

Anders als in der Vergangenheit gibt es einen Bereich, in dem sich die FLBB-Herren in den letzten Jahren erheblich gesteigert haben: den Rebound. Sonst ging diese Sparte häufig deutlich verloren, doch auch in diesem Zeitfenster bewegten sich Clancy Rugg und Co. hier auf Augenhöhe. In Irland wurde der Rebound mit 40:36 sogar gewonnen, dies trotz Gegenspielern wie dem 2,13 Meter großen Neal Quinn. Gegen Nordmazedonien fiel die Bilanz hier mit 41:41 ausgeglichen aus. Vorbei sind also die Zeiten, in denen Luxemburg im Rebound hoffnungslos unterlegen ist.

Kampfgeist

In den beiden Auswärtspartien lagen Kovac und Co. zu einem Moment weit in Rückstand. In Skopje waren es 20 Punkte, gegen Irland 16. In beiden Spielen zeigten die FLBB-Herren aber einmal mehr ihre große Stärke: Zusammenhalt und Kampfgeist. So schafften sie es immer wieder, in die Partie zurückzukommen. Am Ende fehlte vor allem in Irland das nötige Quäntchen Glück, um die Partie doch noch einmal drehen zu können. Kein Wunder also, dass sich Ken Diederich zum Ende des zweiten Zeitfensters auch stolz auf die Leistung seiner Spieler zeigte: „Ich bin enorm zufrieden, wie die Jungs kämpfen und wir es immer wieder schaffen, zurückzukommen und doch noch die Möglichkeit haben, ein Spiel zu gewinnen.“ Dabei betont der Nationaltrainer, dass man nicht vergessen sollte, dass sein Team auch auf Alex Laurent verzichten musste. „Wir haben zwei konstante Spiele abgeliefert, einmal auf neun und einmal auf sechs Punkte verloren.“

Wenn Luxemburg in den letzten Jahren etwas immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, ist es die Tatsache, dass der Gegner die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt abschreiben sollte. In Erinnerung ist da vor allem der unfassbare Comeback-Sieg in der letzten Kampagne in Rumänien.

Die Leader

Erstmals seit der Diederich-Ära, die beim Nationalteam vor zehn Jahren begann, musste die Mannschaft auf den derzeitigen Kapitän Alex Laurent verzichten. Und so war es neben Routinier Clancy Rugg vor allem auch an Ben Kovac und Malcolm Kreps – die beiden Spieler, die als zukünftiges Leader-Duo gesehen werden –, noch einmal ein Stück mehr an Verantwortung zu übernehmen. Kein anderer FLBB-Spieler kam in der laufenden Vorqualifikation dann auch häufiger zum Einsatz als Ben Kovac. Gegen Nordmazedonien waren es 39 Minuten, gegen Irland 37. In allen vier Begegnungen kam er auf durchschnittlich 35,6 Spielminuten. Malcolm Kreps kam in den beiden letzten Partien derweil auf eine Einsatzzeit von 34 Minuten, was gleich neun Minuten pro Partie mehr waren als noch im November. Mit seinem Schnitt von 26 Punkten und 7,8 Rebounds pro Partie war Kovac in der laufenden Vorqualifikation bisher der Schlüsselspieler im FLBB-Team.

Ausgangssituation

Wie wichtig der direkte Vergleich sein kann, mussten die FLBB-Damen auf bittere Art und Weise im letzten Jahr feststellen. Damals kam es bei der knapp verpassten Qualifikation für die EM-Endrunde sogar auf jeden einzelnen Punkt an. Umso wichtiger war es für die Herren am Montag, nicht auf mehr als zwölf Punkte gegen Irland zu verlieren. Am Ende sicherten sich die Spieler von Ken Diederich durch das 85:91 den direkten Vergleich. Mit einem Sieg am 2. Juli gegen Aserbaidschan wäre Luxemburg der zweite Tabellenrang nicht mehr zu nehmen. Zur Erinnerung: Neben den drei Gruppensiegern zieht auch der beste Gruppenzweite in die nächste Runde ein. Mit einem abschließenden Sieg gegen Tabellenführer Nordmazedonien würden die Chancen dafür durchaus gut stehen.

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