Radsport

Alex Kirsch startet in die Klassiker-Kampagne: „Die Flandern-Rundfahrt liegt mir besonders am Herzen“

Am Mittwoch startet Alex Kirsch bei der Tour of Bruges in seine Klassiker-Kampagne. Mit Platz 24 beim Omloop Het Nieuwsblad zum Auftakt der Saison deutete der 33-Jährige bereits an, dass in diesem Frühjahr mit ihm zu rechnen ist. Bei den kommenden Rennen will er seinem Team mit seiner Erfahrung weiterhelfen, aber auch eigene Resultate einfahren.

Alex Kirsch beim Paris-Nice Radrennen trotz Erkältung, jetzt wieder fit und leistungsstark auf dem Rennrad

Alex Kirsch erkältete sich bei Paris-Nice, ist mittlerweile aber wieder in Form Foto: X/Team Cofidis

So ein bisschen arbeiten Alex Kirsch und Cofidis aktuell nach der Philosophie, einen Schritt zurückzugehen, um anschließend zwei nach vorne machen zu können. „Für uns wäre es sogar noch besser, zwei Schritte zurück zu gehen, um dann einen noch größeren Schritt nach vorne machen zu können“, sagt Kirsch. „Wir können uns aber nicht nur auf unsere Entwicklung konzentrieren. Wir müssen auch Punkte einfahren.“

Was Kirsch meint: Cofidis hat sich einerseits neu aufgestellt und muss sich als Team erst noch finden. Abläufe, Routinen – all das braucht Zeit, bis die Automatismen greifen. Immerhin hat das Team bereits drei Saisonsiege eingefahren. Beim Sieg von Milan Fretin bei der Ruta del Sol (2.Pro) war Kirsch sogar beteiligt. „Wir könnten bessere Ergebnisse haben. Aber wir wollten Strukturen ändern, und dafür müssen wir Dinge ausprobieren. Wir nehmen momentan schlechtere Resultate in Kauf, um langfristig besser zu werden. Wir hatten einen guten Saisonstart, aber wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen und wo wir sein können.“

Kirsch bei Paris-Nice erkältet

Andererseits wissen Kirsch und sein französisches Team, dass sie Punkte in der UCI-Teamwertung sammeln müssen. Zurzeit befindet sich Cofidis im UCI-Teamranking auf Platz 14. Ziel der Franzosen, die in der vergangenen Saison vom WorldTour-Team zum ProTeam herabgestuft wurden, ist es, so schnell wie möglich in die WorldTour zurückzukehren – und dafür müssen Ergebnisse her. Neben den drei Saisonsiegen hat das Team weitere Achtungserfolge zu verbuchen: Fretin wurde nach Vorarbeit von Kirsch bei der Clásica de Almería (1.Pro) hinter Biniam Girmay (NSN) Zweiter, Alex Aranburu landete beim Figueira Champions Classic (1.Pro) hinter Antonio Morgado (UAE) ebenfalls auf Rang zwei und Ion Izagirre beendete Paris-Nice (2.UWT) als Siebter.

Für Cofidis und den Rest des Pelotons stehen nun die wichtigen Klassiker an – eine Phase, in der viele Punkte zu vergeben sind. Nachdem Alex Kirsch die letzte Etappe von Paris-Nice krankheitsbedingt nicht bestritten hatte, ist er nun wieder im Vollbesitz seiner Kräfte: „Ich hatte schon auf der vierten Etappe begonnen zu kränkeln. Die letzte Etappe bin ich nicht mehr angetreten, in der Hoffnung, schneller gesund zu werden, was leider doch länger gedauert hat. Ich musste Mailand-Sanremo absagen, weil das Risiko zu groß war, dass ich nicht bei 100 Prozent bin. Und bei einem Monument musst du bei 100 Prozent sein.“

Rolle als „Capitaine de route“

Die Krankheit ist nun überstanden, sodass Kirsch am Mittwoch bei der Tour of Bruges (1.UWT) starten kann. Dass er bei den Klassikern vorne mitfahren kann, zeigte er in dieser Saison bereits beim Omloop Het Nieuwsblad (1.UWT) am 28. Februar, den er als 24. beendete. „Es war mein erstes persönliches kleines Highlight, aber vom Resultat her nichts Besonderes. Ich war froh, meine Beine dort zu testen und ohne Sturz aus diesem Wochenende herausgekommen zu sein.“

Der 33-Jährige verfügt über enorme Erfahrung bei den anstehenden Rennen. Einerseits will er deshalb als „Capitaine de route“ den jüngeren Mannschaftskollegen helfen, andererseits peilt er auch eigene Ergebnisse an. „Die ‚Ronde‘ liegt mir besonders am Herzen“, sagt Kirsch über die Flandern-Rundfahrt, die er bereits fünfmal bestritten hat, allerdings ohne ein Topergebnis. „Das hat vor allem damit zu tun, dass meine Rolle bei Lidl-Trek noch eine andere war. Dann habe ich die letzten zwei Jahre, in denen ich bestimmt mit den besten 30 hätte mitfahren können, die Flandern-Rundfahrt verpasst.“

Pause nach Paris-Roubaix

Die Generalproben vor dem zweiten Monument des Jahres gilt es nun erfolgreich zu absolvieren. „Wer bei Gent-Wevelgem und beim E3 vorne mitfahren kann, der sollte in der Theorie bei der Flandern-Rundfahrt ebenfalls dazu in der Lage sein. Das ist mein Ziel, darauf hin habe ich trainiert. Natürlich muss ich dafür etwas leisten, was ich bislang noch nicht geschafft habe.“

Am besten liegt Kirsch – das sagt er selbst – vom Terrain her Gent-Wevelgem am kommenden Sonntag. In den nächsten Tagen wird er jedoch bis zu Paris-Roubaix alle WorldTour-Klassiker bestreiten. „Die Rennen sind alle sehr wichtig, deswegen müssen wir immer alles geben. Man sollte so trainiert haben, dass man alle drei Tage wieder bei 100 Prozent ist. Ich hatte aber auch in der Vergangenheit nie das Gefühl, dass ich bei all diesen Rennen nicht erholt wäre. Schwieriger ist die mentale Erholung. Jedes Rennen kostet viele Körner im Kopf.“

Bevor Kirsch anschließend eine Pause einlegt, um sich auf die Tour de France zu fokussieren, wird er seinen Klassiker-Abschluss am 12. April bei Paris-Roubaix bestreiten. Genau wie bei der Flandern-Rundfahrt stand Kirsch bereits fünfmal am Start der „Hölle des Nordens“, konnte jedoch aus denselben Gründen nie ein Spitzenergebnis erzielen. „Es ist ein wahnsinnig hartes Rennen. Es ist mir noch nicht gelungen, obwohl es mir eigentlich liegen sollte. Es ist ein Rennen, das – anders als die Flandern-Rundfahrt – nichts verzeiht. Wenn du nicht die besten Beine hast, hast du keine Chance.“

Im Überblick

Die anstehenden Klassiker:
25. März: Tour of Bruges (B/1.UWT)
27. März: E3 Saxo Classic (B/1.UWT)
29. März: Gent-Wevelgem (B/1.UWT)
1. April: A travers la Flandre (B/1.UWT)
5. April: Tour des Flandres (B/1.UWT)
8. April: Scheldeprijs (B/1.Pro)
12. April: Paris-Roubaix (F/1.UWT)
17. April: La Flèche Brabançonne (B/1. Pro)
19. April: Amstel Gold Race (NL/1.UWT)
22. April: La Flèche Wallonne (B/1.UWT)
25. April: Liège-Bastogne-Liège (B/1.UWT)

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