Gewerkschaftsfront
Zwischen Drohungen und Dialogbereitschaft: Warten auf Friedens „Sozialdësch“
Dass OGBL und LCGB am Montag eine feste Zusage vom Arbeitsminister gefordert haben, sei keine Drohung gewesen, das CPTE zu boykottieren, sagt Nora Back. Wann der vom Premierminister angekündigte Sozialtisch stattfinden soll, ist noch nicht bekannt – das Staatsministerium spricht inzwischen auch lieber von „informellen“ oder „bilateralen“ Gesprächen.
OGBL-Präsidentin Nora Back und der LCGB-Vorsitzende Patrick Dury vor vier Wochen bei einer Kundgebung im „Casino syndical“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Droit de signature et de négociation des conventions collectives: Le front syndical demande un engagement ferme du ministre du Travail avant toute nouvelle discussion au sein du CPTE“, forderte am Montagmorgen in einer Mitteilung die „Gewerkschaftsfront“, die OGBL und LCGB seit einigen Wochen bilden. Die Mitteilung konnte als Drohung verstanden werden: Sollte CSV-Arbeitsminister Georges Mischo bis Dienstag nicht das Zugeständnis gemacht haben, dass OGBL und LCGB das Exklusivrecht zur Verhandlung von Tarifverträgen behalten und der in Kollektivverträgen auszuhandelnde Inhalt nicht gesetzlich abgeschwächt wird, würden die Gewerkschaften der am Dienstag um 9.00 Uhr im Arbeitsministerium stattfindenden Sitzung des Ständigen Ausschusses für Arbeit und Beschäftigung (CPTE) fernbleiben. So sei das aber nicht gemeint gewesen, sagte OGBL-Präsidentin Nora Back am Montagnachmittag dem Tageblatt. Die Gewerkschaften würden auf jeden Fall an der Sitzung des CPTE vom Dienstag teilnehmen, denn sie wollten am Sozialdialog festhalten und sich anhören, welche Ergebnisse die Studie zu den Beschäftigten mit einer Behinderung hervorgebracht hat, die der Arbeitsminister im CPTE vorstellen will. Das sei ein wichtiges Thema, betonte Nora Back.