Verbraucherschutz
Wie vertrauenswürdig sind Online-Bewertungen wirklich?
Miese Restaurants, anspruchslose Freizeitaktivitäten und qualitativ minderwertige Produkte – und das trotz Fünf-Sterne-Bewertungen im Netz. Dass Online-Bewertungen nicht immer ganz vertrauenswürdig sind, dürfte inzwischen den meisten Internetnutzern klar sein. Und das Problem spitzt sich immer weiter zu – auch Luxemburg bleibt nicht davon verschont. Die EU will dem mit strikten Sanktionen und mehr Transparenz entgegenwirken.
Einige Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, falsche Kundenbewertungen an Betriebe zu verkaufen, damit diese die Online-Benotung ihrer Produkte und Dienstleistungen künstlich verbessern können Foto: Shutterstock/Thapana_Studio
Das Zeitalter der Digitalisierung bietet den Vorzug, dass man sich problemlos und zu jeder Zeit online über praktisch alle Produkte und Dienstleistungen informieren kann. Indem man sich auf die Erfahrungen vorheriger Kunden stützt, kann man sich so vor bösen Überraschungen schützen. Das Problem: Es ist nicht klar, wer eigentlich hinter diesen Bewertungen steckt und wie sie zustande gekommen sind. Ein „Sweep“ des Netzwerks der europäischen Verbraucherschutzbehörden vom 20. Januar 2022 führte zu beunruhigenden Ergebnissen: Mindestens 55 Prozent der untersuchten Websites „verstoßen möglicherweise“ gegen die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken, heißt es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission. Bei weiteren 18 Prozent hegten die Behörden Zweifel.