Grenzgänger, Teilzeitjobs und Alter
Wie sich der Arbeitsmarkt in der Großregion verändert
Das Großherzogtum ist auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Zwar nimmt die Zahl der Grenzgänger noch zu, doch der Magnet Luxemburg scheint schwächer zu werden. Das hat verschiedene Gründe.
Ein alltägliches Bild auf den Straßen Luxemburgs: der morgendliche Stau im Berufsverkehr – auch mit vielen Grenzpendlern Foto: Editpress/Julien Garroy
Luxemburg braucht Arbeitskräfte. Das bleibt auch 2026 trotz weiterhin hoher Arbeitslosenzahlen richtig. Luxemburg braucht Fachkräfte aus dem Ausland. Sie halten das Sozialsystem und die Wirtschaft am Laufen. Die Handelskammer hat vergangenen Dezember eine Vorschlagsliste veröffentlicht, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) und Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) haben im Januar eine neue Webseite und einen „Talent Desk“ vorgestellt, um neue Arbeitskräfte ins Land zu locken. Aus der EU, aus Drittstaaten, aber vor allem auch aus der Großregion, die dann oft als Grenzgänger nach Luxemburg pendeln.
Zwar stellt das Großherzogtum noch immer den starken Arbeitskraft-Magneten im Zentrum der Großregion dar, in jüngster Zeit schleicht sich jedoch die Sorge ein, dass dieser Magnet schwächer werden könnte – und darunter Luxemburgs Wirtschaft leiden könnte. Auch wenn Statec im Januar verkündet hat, dass die Zahl der Grenzgänger im Jahresvergleich um 1,3 Prozent auf 231.500 gestiegen ist, stehen die Zeichen schon länger nicht mehr auf grenzenlosem Wachstum. Tatsächlich steigt nur noch die Zahl der Grenzpendler aus Frankreich (plus 2,6 Prozent auf über 128.000). Die Zahl der Grenzgänger aus Belgien stagniert, die der Deutschen ist sogar rückläufig. Wohl einer der Gründe, warum die Luxemburger Regierung kürzlich einen eigenen Podcast für deutsche Grenzgänger gestartet hat.