„Keine Tonne Erz für Hitler“
Wie Valentin Adamy den kommunistischen Widerstand nach Schifflingen brachte
Bereits 1940 gründete der Schifflinger Valentin Adamy eine der ersten Widerstandsgruppen Luxemburgs. Wie die Untergrundkämpfer gegen die Nazi-Besatzer agierten.
Valentin Adamy und einige der Flugblätter der KKS Quelle: MNRDH
Bereits kurz nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Luxemburg ging die Kommunistische Partei (KPL) in den Untergrund. Damit unterschied sie sich von anderen ausländischen kommunistischen Parteien, etwa der „Parti communiste français“, die ihren Widerstandskampf erst nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 begann. In Luxemburg bildeten die sogenannten „Kommunistischen Kampfgruppen“ die Basis der bevorstehenden Widerstandsaktivitäten. Die wohl bekannteste bildete sich in Schifflingen.
Die Ursprünge dieser Kampfgruppe reichen bis in die Vorkriegszeit der späten 1930er Jahre zurück. Angespornt durch die Erfolge NS-Deutschlands traten in Luxemburg zunehmend Bürger mit nationalsozialistischer und faschistischer Gesinnung öffentlich auf, häufig auch in Uniform. Antifaschisten gerieten dadurch verstärkt ins Visier lokaler NS‑Sympathisanten. Als Reaktion darauf bildeten sich sogenannte „Arbeitermilizen“, bestehend aus Mitgliedern der sozialistischen Arbeiterjugend, die unter anderem Gegendemonstrationen in den Industriestandorten im Süden des Landes organisierten – darunter auch in Esch und Schifflingen. Diese führten wiederholt zu Auseinandersetzungen mit der örtlichen Polizei. Im Schatten der sich abzeichnenden Invasion durch NS-Deutschland versammelte der Milchmann Valentin Adamy kommunistisch gesinnte Einwohner Schifflingens in seiner Wohnung in der Bergstraße Nr. 8, um sich auf eine mögliche illegale Tätigkeit (Widerstand) vorzubereiten.