Feindbild Klimaschutz
Wie Rechtspopulisten Umweltpolitik für ihre Zwecke nutzen
Auf den ersten Blick sind rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien gegen Klimaschutz und Energiewende, auf den zweiten gibt es durchaus Überschneidungen und Unterwanderungsversuche, wie Studien und Erfahrungen aus dem Ausland zeigen.
Rechtspopulisten nutzen Umweltpolitik für ihre eigenen Zwecke Montage: Tageblatt
Fred Keup schwärmte jüngst im Rahmen einer Aktualitätsstunde in der Chamber von einem entspannteren Umgang mit der Hitzewelle: „Früher fuhr man im Sommer mit dem Auto ohne Klimaanlage in den Urlaub und Rudi Carrell sang: ‚Wann wird’s mal wieder richtig Sommer‘.“ Auf was der ADR-Abgeordnete hinaus wollte: Früher habe man sich auf den Sommer gefreut, heute habe man Angst vor ihm. In Bezug auf die Hitzewelle sprach er von „Panikmache“. Um der Hitze etwas entgegenzusetzen, empfahl er: „Klimaanlagen, Klimaanlagen, Klimaanlagen.“
Letztere schützen zwar im Innern eines Gebäudes vor der Hitze, können aber Städte zusätzlich aufwärmen. Draußen wird es also noch heißer, wenn die Abwärme auf Höfen und Straßen landet. In dicht bebauten Städten kann die Abwärme zu einer Erhöhung der Temperatur um bis zu 2,5 Grad führen. Zumindest sagt das Beispiel einiges über die rechtspopulistischen Positionen zu Klima und Umwelt aus. Auf Keups Beitrag zu Hitze und Klimaanpassung reagierte die DP-Abgeordnete Corinne Cahen mit der Frage: „Herr Keup, leugnen Sie den Klimawandel?“