Covoiturage
Was bringen die Mitfahrerspuren auf der A3? Transportministerium nennt erste Zahlen
Seit sechs Monaten rollt der Verkehr auf der A3 auch über die neuen Covoiturage-Spuren. Was bringen die neuen Fahrbahnen? Das Verkehrsministerium zieht Bilanz.
Ende Gelände: Bei der Aire de Bechem muss sich der Verkehr wieder auf zwei Spuren zwängen. Der Streckenabschnitt bis zur französischen Grenze soll 2030 fertiggestellt werden. Foto: Editpress-Archiv/Hervé Montaigu
Drei statt zwei Spuren – das gibt es auf der A3 zwischen dem Gaspericher Kreuz und der Aire de Berchem seit diesem Frühling. Am 23. März wurden die neuen Fahrstreifen nach fünf Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Allerdings nicht für alle: Die neue dritte Spur ist für Fahrgemeinschaften und Busse reserviert. Busse dürfen zudem auch den Standstreifen ganz rechts benutzen.
Funktioniert das? Laut dem Verkehrsministerium schon. Die Behörde hat Bilanz gezogen, und zwar eine positive. „Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel kommen dank der ihnen zur Verfügung stehenden Fahrspuren schneller voran“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag. Die Zeitersparnis betrage zu den Stoßzeiten morgens in Richtung Luxemburg vier Minuten. Abends gehe es dank der zusätzlichen Spuren fünf Minuten schneller in Richtung Frankreich. Das hört sich nach wenig an. Aber, schreibt das Transportministerium: „Diese Einsparungen sind für einen so kurzen Abschnitt bedeutend: 4,0 km in Richtung Hauptstadt, 2,1 km in Richtung Frankreich.“
Vergleichbar viele Unfälle wie vor dem Ausbau
Was gefürchtete waghalsige Einfädel-Manöver am Ende der Mitfahrer-Spuren angeht, kann die Regierung offenbar Entwarnung geben: „Die Unfallstatistik bleibt mit der vor Beginn der Bauarbeiten vergleichbar.“ Nachdem die Autofahrer nach Ansicht der Regierung der ersten „Adaptionsphase“ hinter sich gebracht haben, soll jetzt auch das Tempolimit erhöht werden. Außerhalb der Stoßzeiten gilt ab 15. September 110 km/h statt 90 km/h. Während der Rushhour gilt Tempo 70 auf allen Fahrbahnen, also auch den Fahrgemeinschafts-Spuren. Die Stoßzeiten definiert das Transportministerium von 6 bis 10 Uhr in Richtung Luxemburg und von 15 bis 20 Uhr in Richtung Frankreich.
Auch was die geplanten Schummler-Blitzer angeht, gibt es Neuigkeiten: Die Geräte sollen bereits im Herbst aufgebaut werden, zuvor war von „Ende 2025“ die Rede. Danach folgt eine Testphase. Die Radarfallen kontrollieren, ob tatsächlich zwei oder mehr Personen in einem Auto sitzen, das die Fahrgemeinschaftsspur nutz. Zu den potenziellen Mitfahrern gelten übrigens auch Kinder im Maxi-Cosi auf der Rückbank. Im kommenden Jahr soll zudem eine „dynamische Beschilderung“ aufgebaut werden, die „eine größere Flexibilität“ beim Tempolimit ermöglichen soll.
Der Ausbau der A3
Rund 77.000 Fahrzeuge sind im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich jeden Tag an der Verkehrs-Zählstelle in Bettemburg vorbeigerauscht. Die A3 ist die meistbefahrene Autobahn Luxemburgs. Der Ausbau auf drei Spuren je Fahrtrichtung begann im Jahr 2020. Damals waren für das Projekt 356 Millionen Euro vorgesehen. Der erste Bauabschnitt, vom Kreuz Gasperich bis zur Aire de Berchem, wurde im März 2025 eröffnet. Der zweite Abschnitt bis zur französischen Grenze soll bis 2030 fertig sein.