Gast Gibéryen (ADR)
„Wäre Fred Keup ein Rechtsextremer, hätte ich das gemerkt“
Nach 31 Jahren in der Abgeordnetenkammer übergibt Gast Gibéryen (70) im Oktober sein Amt an seinen umstrittenen Nachfolger Fred Keup. Im Interview erklärt der Mitbegründer der ADR, wieso er es nicht bedauert, nie Mitglied einer Regierung gewesen zu sein, und weshalb er überzeugt ist, dass „seine“ Partei, trotz anderslautender Befürchtungen, nicht noch weiter nach rechts rücken wird.
„Wir wissen alle, dass meine persönlichen Stimmen der Partei fehlen werden“, sagt Gast Gibéryen (70). Bei den Nationalwahlen 2018 bekam er über 8.000 Stimmen mehr als der Zweitgewählte auf der ADR-Liste im Südbezirk, Fernand Kartheiser, und fast 10.000 Stimmen mehr als Fred Keup, der ab Oktober Gibéryens Nachfolge im Parlament antreten wird. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Seit 44 Jahren bekleidet Gast Gibéryen (70) ununterbrochen ein politisches Mandat. 1976 wurde er Schöffe in Frisingen, sechs Jahre später übernahm er das Amt des Bürgermeisters, das er bis 2005 behielt. Seit 1989 ist der frühere NGL-Gewerkschafter und Mitbegründer der ADR Mitglied des Parlaments. Neben Ehrenpräsident Robert Mehlen und dem Nord-Abgeordneten Jeff Engelen ist Gibéryen einer der wenigen politischen Überlebenden aus dem „Aktiounskomitee 5/6 Pensioun fir jiddwereen“, das 1989 auf Anhieb vier Sitze bei den Wahlen gewann und es 1999 als „Aktiounskomitee fir Demokratie a Rentegerechtegkeet“ auf sieben Sitzen schaffte. 2006 wurde das Bündnis in „Alternativ Demokratesch Reformpartei“ umbenannt und hat sich seitdem auch programmatisch verändert.