Autos in Luxemburg

Vier von fünf Pkw sind noch immer reine Verbrenner

Luxemburg gibt Strom: Der Fuhrpark des Landes verändert sich langsam, aber sicher. Und obwohl überall die Elektroautos über die Straßen surren: die Zahl der Verbrenner ist noch enorm. 

Luxemburg, Tankstellen-Land: Die Zapfsäulen – wie hier in Luxemburg-Stadt – werden wohl noch eine Weile gebraucht. 

Luxemburg, Tankstellen-Land: Die Zapfsäulen – wie hier in Luxemburg-Stadt – werden wohl noch eine Weile gebraucht.  Foto: Editpress-Archiv/Hervé Montaigu

Der Anteil von E-Autos am Luxemburger Fuhrpark wächst und wächst. Bis zum November – weiter reichen die Zahlen von Statec noch nicht – wurden im vergangenen Jahr insgesamt 43.520 Autos zugelassen. Davon waren 22,2 Prozent rein elektrisch motorisiert. Hybrid-Fahrzeuge machten sogar 24,7 Prozent der Neuzulassungen aus. Diesel-Fahrzeuge, die sich in grauen Vorzeiten stets ein hartes Rennen mit den Benzinern geliefert hatten – und das auch teilweise gewonnen haben – kommen in dieser Statistik nur noch auf einen Anteil von 10,2 Prozent. Die Benziner schaffen es nicht mehr auf den Spitzenplatz: 24,1 Prozent der in Luxemburg neu angemeldeten Autos fahren mit Sprit. 

Das sind die Neuwagen – aber sieht es mit all den anderen Autos aus? Und stehen diese Zahlen im Einklang mit den Zielen der Regierung, bis 2030 einen Anteil von 49 Prozent an elektrifizierten Autos im Fuhrpark zu haben? Das wollte auch der LSAP-Parlamentarier Ben Polidori von Regierung wissen. Er stellte eine parlamentarische Anfrage ans Mobilitätsministerium. Behördenchefin Yuriko Backes antwortete: Die Ziele des nationalen Energie- und Klimaplans (PNEC) seien zwar ehrgeizig. „Aber die Regierung hat die Absicht, sie zu erreichen.“

Backes listet auch auf, wie sich der bestehende Fuhrpark zusammensetzt. Erwartungsgemäß sehen die Zahlen dort weniger rosig aus als bei den Neuzulassungen. Insgesamt sind nur rund sieben Prozent der Autos in Luxemburg rein elektrisch unterwegs. Hybride und Plug-in-Hybride kommen auf einen Anteil von insgesamt 12,5 Prozent. Vier von fünf Autos – 80,5 Prozent – sind reine Verbrenner. Der kleinere Teil (37,6 Prozent) sind Diesel-Fahrzeuge, Benziner haben mit 42,9 Prozent den größten Anteil am Luxemburger Fuhrpark. 

Aufgrund der Neulassungen macht sich jedoch auch in dieser Statistik ein Trend hin zum elektrischen Fahren bemerkbar. Denn: Noch 2019 lag der Anteil der Verbrenner am Gesamt-Fuhrpark bei sagenhaften 98 Prozent. In jenem Jahr wurden laut Statec-Daten insgesamt 2.683 Autos zugelassen, die irgendwie mit Strom fuhren. Ein Anteil von 4,9 Prozent. 

Stromer legen stark zu

Einen Hinweis darauf, welches Rennen die Elektroautos hingelegt haben, gewährt ein Blick in noch ältere Statec-Daten. Im Januar 2009 – das ist noch nicht so lange her – war gerade einmal ein einziges rein-elektrisches Auto in Luxemburg zugelassen. Dem gesellte sich ein Jahr später ein zweites hinzu. 2011 waren es dann drei. Den ersten Sprung gab es dann 2012, als insgesamt 36 Stromer die Straßen unsicher machten. 

Inzwischen – Stand Dezember 2024 – ist die Flotte der Batterie-elektrischen Autos in Luxemburg auf stolze 32.061 angewachsen. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sie sich vervierfacht. 

Der Trend schlägt auch auf die Firmenwagen durch. „Batterie-elektrische Autos werden zunehmend als Firmenwagen gewählt“, schreibt Backes. Das dürfte unter anderem auf den geldwerten Vorteil zurückzuführen sein, der die Besteuerung bei reinen Elektroautos besonders attraktiv mache. Laut den Daten des Mobilitätsministeriums machen alleine die rein-elektrischen Autos am Gesamtfuhrpark der Firmenwagen Ende 2024 einen Anteil von 18,3 Prozent. 

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