Bildung
Verlängerte Schulpflicht ab der kommenden Rentrée – doch viele Fragen sind noch offen
Zurzeit müssen Schüler in Luxemburg die Schulbank drücken, bis sie 16 sind. Ab der kommenden Rentrée wird die Schulpflicht um zwei Jahre verlängert. Bildungsminister Claude Meisch will damit unter anderem die hohe Zahl der Schulabbrecher senken. Ein organisatorischer Kraftakt steht bevor. Kritiker halten die Lyzeen für nicht ausreichend vorbereitet.
Examen – für viele Schüler ein Graus und Horror. Für manche sind sie schlichtweg unbekannt. Hier im „Lycée de garçons d’Esch“ im Jahr 2024. Foto: Editpress/Julien Garroy
„Ich habe auf vieles Lust“, sagt Olivier*, „nur nicht auf die Schule. Meine Noten sind unterirdisch. Examen sind mir ein Graus. Dieses Schuljahr muss ich wiederholen.“ Kaum ein Lehrer sei gut auf ihn zu sprechen, und seine Eltern nervten ihn mit ihren ständigen Vorhaltungen. „Ich würde lieber arbeiten“, sagt der 15-Jährige. „Ich weiß nur noch nicht, welchen Beruf. Aber diese Entscheidung kann ich vielleicht erst in ein paar Jahren treffen. Bis dahin würde ich nur jobben.“ Noch fällt er unter die Schulpflicht. Und nach dem Inkrafttreten der neuen Schulpflicht auch im nächsten Schuljahr. „Dumm gelaufen“, sagt er. „Ich weiß momentan nicht, wie es weitergeht. Es ist ein Horror, noch mal die Schulbank zu drücken.“
Eine Schnapsidee sei es, sagt eine junge Lehrerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie ist außer sich, schüttelt den Kopf und sagt: „Wie soll das bewerkstelligt werden? Es fehlen doch jetzt schon Klassenräume und Lehrer.“ Gemeint ist die Verlängerung der Schulpflicht von zurzeit 16 auf 18 Lebensjahre. Sie gilt für alle Schüler, die ab dem 1. September 2009 geboren sind. Das entsprechende Gesetz dazu wurde bereits im Juli 2023 mit einer knappen Mehrheit im Parlament verabschiedet.