SEW und CGFP
Verbände warnen vor neoliberalem Angriff auf das Luxemburger Bildungswesen
Neue Gesetzesvorhaben würden es Akteuren aus der Privatwirtschaft erlauben, spezialisierte Sekundarschulen zu leiten. Das würde mittelfristig nicht nur die Ungleichheiten im Schulsystem verstärken, sondern letztlich auch die in der Gesellschaft, warnt der Lehrerverband SEW. Auch die Berufsverbände des öffentlichen Dienstes warnen vor einer erodierenden Wirkung einer liberalen Agenda. Beide setzen in ihrem Widerstand darauf, dass sich die Regierungskoalition in dieser Frage unmöglich einig sein könne.
Nutzt Bildungsminister Claude Meisch (DP) den Windschatten einer gefährlichen Gesundheitskrise, um eine Schattenagenda voranzutreiben? Berufsverbände erheben diesen Vorwurf. Archivfoto: Julien Garroy / Editpress
Nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren sieht das Syndikat Erziehung und Wissenschaft (SEW) eine liberale Unterwanderung des Schulsystems in Luxemburg am Werk. Jetzt warnt man besonders vehement vor dem neuen Gesetzesprojekt mit der Nummer 7662. Es solle ermöglichen, „Direktoren an Lyzeen einzusetzen, die weder pädagogische Kenntnisse haben müssen noch die administrativen Sprachen beherrschen“, heißt es etwa in einem Facebook-Post vom Freitag.