Diplomatie

US-Botschaft in Luxemburg könnte schließen – Luxemburgs Regierung weiß von nichts

Im Zuge der Sparmaßnahmen unter Trump könnte auch die Botschaft in Luxemburg gestrichen werden. Es wäre nach über 100 Jahren das Ende der US-Vertretung im Großherzogtum.

Die US-Botschaft auf dem Limpertsberg (2013)

Die US-Botschaft auf dem Limpertsberg (2013) Foto: Editpress-Archiv

Die US-Botschaft in Luxemburg könnte vor dem Aus stehen. Wie die Luxembourg Times unter Berufung auf das US-Medium Politico berichtet, ist die Vertretung Teil einer Liste von Botschaften und Konsulaten, deren Schließung Washington im Zuge geplanter Sparmaßnahmen des Außenministeriums prüft. Grundlage ist ein internes Dokument, das Empfehlungen des stellvertretenden US-Außenministers für Verwaltung enthält.

Bereits im März hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die USA die Schließung von fast einem Dutzend Vertretungen in Westeuropa erwägen – darunter Konsulate in mehreren deutschen und französischen Städten. Laut Politico wurde nun auch Luxemburg dieser Liste hinzugefügt. Auf Anfrage des Tageblatt teilte ein Sprecher des Außenministeriums indes mit, dass die Luxemburger Regierung „keine Kenntnis von eventuellen Plänen der US-Regierung hat, die US-Botschaft in Luxemburg zu schließen“. Sie sei auch von der US-Administration zu diesem Thema nicht kontaktiert worden.

Die US-Botschaft in Luxemburg ist derzeit unbesetzt, nachdem der bisherige Botschafter Thomas Barrett sein Amt im Januar niedergelegt hatte. Die von US-Präsident Donald Trump ernannte Nachfolgerin, die Geschäftsfrau und Wahlkampfspenderin Stacey Feinberg, muss noch vom Senat bestätigt werden.

Im Falle einer Schließung könnten diplomatische Aufgaben künftig von Brüssel aus übernommen werden. Die US-Botschaft in Luxemburg besteht seit 1903, das heutige Gebäude auf Limpertsberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen. Es war zuvor Sitz des NS-Gauleiters Gustav Simon.

Eine Stellungnahme der US-Botschaft steht bislang aus.

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