Sozialpanorama der CSL
Soziale Ungleichheiten nehmen erneut zu
Zahlenmaterial über Wirtschaft und Wachstum gibt es in Luxemburg zuhauf. Daten über die soziale Realität sind weitaus schwieriger zu finden und müssen aus verschiedensten Quellen mühsam zusammengetragen werden. Die Arbeitnehmerkammer nimmt sich dieser Aufgabe seit 2010 an und veröffentlicht jährlich einen Überblick dieser Entwicklungen, die auch für das Corona-Jahr 2020 verdeutlichen, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden sind.
Und wieder einmal wurde eine Verschärfung der Ungleichheiten festgestellt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Diese Tendenz, so Jean-Claude Reding, Vizepräsident der „Chambre des salariés“ (CSL), habe sich im Vorjahr weiter verstärkt. Dies verdeutlicht u.a. der Gini-Indikator, ein Instrument, das die Verteilung des Reichtums in einer Gesellschaft misst. Er zeigt für Luxemburg seit 2005 verstärkt in Richtung zunehmende Ungleichheit. Seit dem Jahr 2018 liegt das Land laut dieser Messung über dem europäischen Mittel, 2019 wurde der Abstand zu den anderen Ländern der Union größer. Diese Tendenz wird auch durch die Betrachtung des jährlichen Wachstums der niedrigen und der hohen Einkommen und ihre Auswirkung auf die Kaufkraft deutlich. So stieg die Kaufkraft für die niedrigen Gehälter seit 2010 um 4,8 Prozent, während sie für die hohen Gehälter um satte 9 Prozent zulegte.