Millionenrechnung

So viel hat der Thronwechsel Luxemburg (ungefähr) gekostet

Feierlich, aber kostspielig: Laut neuer Kostenaufstellung belaufen sich die Ausgaben für Zeremonien, Volksfest und Berichterstattung auf rund 14 Millionen Euro.

Luxemburg hat seit dem 3. Oktober offiziell ein neues Staatsoberhaupt

Luxemburg hat seit dem 3. Oktober offiziell ein neues Staatsoberhaupt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Knapp zwei Wochen nach dem Thronwechsel lichtet sich der Schleier ein weiteres Stück: Am Montag lieferte das Staatsministerium gemeinsam mit der „Maison du Grand-Duc“ eine detailliertere Aufstellung der Kosten für den Thronwechsel sowie die dazugehörenden Feierlichkeiten vom 3. bis 5. Oktober 2025. Dabei wurden sie nicht müde zu betonen, dass „öffentliche Mittel so weit wie möglich in die luxemburgische Wirtschaft investiert, wobei Unternehmen, Künstler, Handwerker und Dienstleister des Landes bevorzugt behandelt wurden“.

Detaillierte Kostenaufstellung

Die staatlichen Kosten für das Event werden in vier Kategorien aufgeteilt:

1) Allgemeine Kosten im Zusammenhang mit dem Thronwechsel;

2) Institutionelle Feierlichkeiten am 3. Oktober;

3) Volksfest „Dem Grand-Duc seng feierlech Tourneé“ am 4. Oktober;

4) Medienberichterstattung am 3. und 4. Oktober.

Sie setzen sich wie folgt zusammen: 

1) Allgemeine Kosten im Zusammenhang mit dem Thronwechsel: 512.813 Euro

– Verpflegung und Dekoration: 111.760 Euro;

– Institutionelle Bildmaterialien (darunter zwei neue Uniformen für den Großherzog, Büsten, Porträts, Fotos, das neue großherzogliche Monogramm sowie die neue Webseite monarchie.lu): 429.999 Euro;

– Transportkosten (u.a. die Anmietung von Fahrzeugen und Einrichtung von Shuttlebussen für Journalisten und technisches Personal): 48.550 Euro;

– Einrichtung eines Pressezentrums für die rund 320 anwesenden Journalisten aus aller Welt: 30.311 Euro.

2) Institutionelle Feierlichkeiten am 3. Oktober: 473.226 Euro

– Vereidigungszeremonie des Großherzogs in der Chamber: 294.418 Euro;

– Empfang im Cercle Cité: 110.008 Euro;

– Galadinner im Großherzoglichen Palast: 68.800 Euro.

3) Volksfest „Dem Grand-Duc seng feierlech Tournée“ am 4. Oktober: 4.320.941 Euro

– Dienstleistungen des Organisators „den Atelier“: 4.245.941 Euro;

– Vorbereitung der Infrastruktur: 75.000 Euro.

4) Medienberichtserstattung am 3. und 4. Oktober: 3.509.467 Euro

– Audiovisuelle Berichterstattung durch das Broadcasting Center Europe (BCE): 3.509.467 Euro;

– Kauf und die Miete von Ausrüstung: 78.530 Euro;

– Kommunikations- und Fotografenkosten: 8.660 Euro.

Insgesamt summieren sich die vom Staat getragenen Kosten für den Thronwechsel auf 8.629.635,83 Euro – wobei es aufgrund verspätet eingegangener Rechnungen oder Anpassungen bei der Schlussabrechnung noch zu „geringfügigen Abweichungen“ kommen kann.

Damit nicht genug

Nicht nur der Staat musste für den Thronwechsel tief in die Taschen greifen, sondern auch einige Gemeinden des Landes. In der Hauptstadt schlägt das royale Event mit rund 4.845.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Überstunden von Gemeindemitarbeitern in Höhe von etwa 60.000 Euro. Somit belaufen sich die Gesamtkosten der Stadt Luxemburg auf rund 4.905.000 Euro – die Betonung liegt allerdings auf rund, da erst ein Drittel der endgültigen Rechnungen eingegangen ist.

Die Stadt Düdelingen nahm einen Sonderkredit in Höhe von 500.000 Euro auf, um die Feierlichkeiten zu finanzieren. Nach Einschätzung der Gemeindeverantwortlichen wird jedoch nicht der gesamte Betrag benötigt; sie rechneten mit tatsächlichen Ausgaben zwischen 375.000 und 390.000 Euro.

Die Stadt Grevenmacher nahm einen Kredit von 20.000 Euro auf. Für Steinfort und das „Hôpital intercommunal Steinfort“, das der Großherzog besuchte, entstanden keine zusätzlichen Kosten. Wiltz wird erst am Dienstag mit allen beteiligten Akteuren Bilanz zu den Kosten ziehen, wie die Gemeindeverwaltung auf Tageblatt-Nachfrage hin mitteilte.

Demnach belaufen sich die bisher bekannten mehr oder weniger provisorischen Gesamtkosten für den Thronwechsel und die damit zusammenhängenden Feierlichkeiten auf rund 14 Millionen Euro.

Mehr zu dem Thema:
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