DP-Nationalkongress
„Schwéier, sou laang sëtzen ze bleiwen“: Eine Partei feiert sich selbst
Die DP zählt sich selbst zur Avantgarde der politischen Kommunikation in Luxemburg, auf ihrem Kongress zeigt sich, warum. Inhaltlich blass, warben die Liberalen für ihre Amtsträger und deren Erfolge. Nur Charel Goerens unterbricht zeitweilig die Plattitüden-Parade in Bartringen.
Vize-Premier und Aushängeschild der DP Xavier Bettel zusammen mit Parteipräsidentin Carole Hartmann Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Et war awer schwéier, sou laang sëtzen ze bleiwen“, meint eine etwas ältere Dame, nachdem Xavier Bettel, Aushängeschild der Demokratischen Partei, seine recht kurze Rede beendet und zum „Patt“ aufruft. „Gitt dem Tageblatt dach keng Ideen“, meint ein DP-Parteimitarbeiter. „Nee, et war awer gutt“, antwortet die Dame hastig, bevor sie sich Richtung „Buvette“ davonschleicht.
Neue Ideen hat die Presse am Sonntag im Centre Atert in Bartringen auf dem Nationalkongress der DP tatsächlich keine präsentiert bekommen. Es war das erwartbare Schaulaufen der Parteigrößen: Nacheinander traten Generalsekretär und Kulturminister Eric Thill, JDL-Präsident Lou Linster, der DP-Europaabgeordnete Charel Goerens, Parteipräsidentin Carole Hartmann und eben Außenminister Xavier Bettel ans Mikrofon. Der Fraktionsvorsitzende Gilles Baum sparte sich trotz physischer Präsenz anhand einer Videobotschaft den Gang ans Mikrofon im abgedunkelten Saal, der mit riesiger Leinwand und Lichtakzenten im DP-blau mehr den Eindruck eines Kinos als eines Kongresses vermittelte.