Luxemburgs Wälder unter Druck

Regierung will 1,7 Millionen Bäume bis 2030 pflanzen

Nach dem Rekord-Hitzesommer will Luxemburg seine geschwächten Wälder stärken. Auch urbane Räume sollen von einer großangelegten Pflanzungsinitiative profitieren.

Luxemburgs Wald geht es gerade nicht so gut – neue Bäume sollen die Wälder stärken

Luxemburgs Wald geht es gerade nicht so gut – neue Bäume sollen die Wälder stärken Foto: Editpress/Julien Garroy

Der Rekord-Hitzesommer hat Luxemburgs Bäumen zu schaffen gemacht. Weil die Bäume geschwächt sind, besteht in den Wäldern immer noch ein erhöhtes Risiko von herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen. Das Umweltministerium hat sich deswegen vorgenommen, verstärkt in den Baumbestand des Großherzogtums zu investieren. Dazu gehört die Pflanzung von 1,7 Millionen zusätzlichen Bäumen bis 2030, wie Umweltminister Serge Wilmes (CSV) am Donnerstag vorstellte.

EU wünscht sich drei Milliarden Bäume

Die EU hat sich bis zum Ende des Jahrzehnts sogar das Ziel gesetzt, drei Milliarden zusätzliche Bäume zu pflanzen. Luxemburgs Kampagne soll dazu einen kleinen Beitrag leisten. Jeder kann teilnehmen und seinen Baum über die europäische Plattform MapMyTree registrieren.

Umweltminister Serge Wilmes stellt die Initiativen vor

Umweltminister Serge Wilmes stellt die Initiativen vor Foto: Umweltministerium

Baum ist allerdings nicht gleich Baum. „Durch die Förderung einer Artenvielfalt innerhalb eines Waldes wird das Risiko gemindert, dass ein einzelnes Ereignis, eine Krankheit oder ein Schädling den gesamten Bestand beeinträchtigt“, heißt es dazu in der Pressemitteilung zum Termin. Für die Widerstandsfähigkeit der Wälder müsse deswegen die Herkunft und Eignung der Baumart genau geprüft werden.

Auch für die Pflanzungsinitiative gelten bestimmte Regeln. „Nur Pflanzungen, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind, freiwillig durchgeführt werden und über die gesetzlichen Ausgleichsverpflichtungen hinausgehen, können im Rahmen des europäischen ‚Tree Pledge‘ angerechnet werden“, steht in der Mitteilung.

Mehr Initiativen für Biodiversität

Zudem sollen weitere Initiativen für mehr Biodiversität und Begrünung in Luxemburgs Gemeinden sorgen. Bäume spielen im urbanen Raum eine wesentliche Rolle bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.

Die „Naturpakt Bamchallenge“ fordert etwa die Gemeinden dazu auf, bis Juni 2027 verstärkt Bäume zu pflanzen und zum großen Ziel von 1,7 Millionen zusätzlichen Bäumen beizutragen.

Das Ministerium unterstützt außerdem „Projekte zur Entsiegelung und Begrünung von öffentlichen Plätzen, Schulhöfen, Parkplätzen und Spielplätzen und fördert so die Schaffung grüner Infrastrukturen im Herzen der Ortschaften“, wie es in der Mitteilung heißt. Dadurch sollen z. B. die Auswirkungen von Hitzewellen gemildert und die lokale Artenvielfalt gestärkt werden. (dr)

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