Verbraucherschutz
Pflege darf kein Luxus sein: ULC fordert Preisdeckelung und Reform
Steigende Heimkosten, sinkende Kaufkraft: Die Verbraucherorganisation ULC warnt vor einer wachsenden Belastung älterer Menschen durch automatische Preissteigerungen in Pflegeeinrichtungen.
Die steigenden Kosten bringen zahlreiche Seniorinnen und Senioren zunehmend unter finanziellen Druck Symbolbild: dpa/Christoph Schmidt
Die „Union luxembourgeoise des consommateurs“ (ULC) schlägt erneut Alarm: Mit der jüngsten Indexanpassung zum 1. Mai sind die Preise in vielen Alters- und Pflegeheimen abermals um mindestens 2,5 Prozent gestiegen. Für zahlreiche Seniorinnen und Senioren bedeutet das eine erhebliche finanzielle Belastung – eine Entwicklung, die die ULC als „nicht länger hinnehmbar“ bezeichnet.
ULC-Präsident Paul Gries fordert eine politische Reaktion: „Vielleicht sollte die Regierung über eine Indexdeckelung für Pflegepreise nachdenken, damit die Preise in Heimen nicht automatisch 1:1 oder sogar noch stärker mit dem Index steigen.“ Es könne nicht sein, dass ältere Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, finanziell unter Druck geraten oder sogar „abgezockt“ würden, so Gries weiter.
Neben kurzfristigen Maßnahmen wie Preisdeckelungen plädiert die ULC auch für eine grundlegende Reform der Alters- und Pflegeversorgung. Angesichts der demografischen Entwicklung sei es dringend notwendig, langfristig bezahlbare Pflegeplätze sicherzustellen.
Solidarität mit gewerkschaftlichen Protesten
Obwohl die ULC nicht offiziell an den gewerkschaftlichen Kundgebungen am 25. und 28. Juni teilnehmen wird, erklärt sich die Verbraucherorganisation ausdrücklich solidarisch mit den Anliegen der Gewerkschaften. Diese richten sich unter anderem gegen die sinkende Kaufkraft und das Rentensystem – Themen, die laut ULC „jeden betreffen“.
Die Demonstrationen finden am 25. Juni um 13.30 Uhr vor dem Parlament und am 28. Juni ab 11 Uhr mit Start am Bahnhof und Abschlusskundgebung auf dem „Knuedler“ statt. (DJ)