Zustimmung im Ausschuss
Petition fordert Ende der Jungfräulichkeits-Zertifikate
Die ärztliche Untersuchung der Jungfräulichkeit ist erniedrigend, diskriminierend und unwissenschaftlich. Ein Verbot dieser Praxis fordert die Petition 2755, die nun ein Jahr nach der Einreichung endlich Thema im Petitionsausschuss war.
Ein Verbot ermögliche Frauen, „Stopp!“ zu sagen, so die Petentinnen Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Jungfräulichkeit war nie eine wissenschaftliche Frage. Die Vorstellung, eine Frau sei rein, wenn noch kein Mann in sie eingedrungen ist und unrein, verbraucht oder beschädigt, wenn doch, ist eine der ältesten Mythen des Patriarchats. Und damit älter als die Biologie, älter als die Medizin. Umgangssprachlich wird das Hymen heute noch als „Jungfernhäutchen“ beschrieben. Dabei ist das kleine Stück Schleimhaut von Frau zu Frau unterschiedlich groß und flexibel, kann also auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch intakt sein. Ungeachtet dessen, wurde das „Jungfernhäutchen“ über Jahrhunderte hinweg als Siegel verstanden.