Parlamentarische Rentrée
Parlament im digitalen Zeitalter: Chamber wehrt 2026 zwölf größere Cyberattacken ab
Ein weiteres Gebäude, nur noch eine statt elf Applikationen und mehr Cybersecurity-Personal: Die Chamber geht den eingeschlagenen Weg der Modernisierung weiter.
Parlamentspräsident Claude Wiseler hat am Donnerstag die „Rentrée parlementaire“ eingeläutet. Erster wichtiger Termin: die Budget-Vorstellung am 6. Oktober. Foto: Editpress/Julien Garroy
Zwölf größere Cyberattacken hat die Chamber 2026 bisher abwehren müssen, 25 waren es im vergangenen Jahr. „Das sind nur die größeren Zwischenfälle, mit denen die Chamber konfrontiert war“, sagt Chamberpräsident Claude Wiseler (CSV) auf der Rentrée-Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. Mit kleineren Attacken auf die Systeme des Parlaments sei man fast tagtäglich befasst. Die Chamber werde deswegen auch in weiteres Cybersecurity-Personal investieren. Der bisher weitestreichende Angriff fand im April 2026 statt, als Angreifer in das IT-Netzwerk der Chamber eingedrungen waren. Um ein Entwenden von Daten zu vermeiden, musste die gesamte IT-Infrastruktur vom Netz genommen werden. „Wir sind jetzt wieder zurück auf Papier und Bleistift“, meinte Chamber-Generalsekretär Laurent Scheeck damals gegenüber dem Tageblatt.
Doch nicht nur in puncto Cybersecurity will die Chamber weiter investieren. Arbeiten zur Konsolidierung der in der Chamberverwaltung genutzten Software-Programme seien nahezu abgeschlossen. Elf bisher genutzte Apps werden dann in einem einzigen Programm zusammengefasst. Mangels europäischer Alternativen habe man sich für einen US-amerikanischen Anbieter entschieden. Nicht zuletzt könnten damit auch die Betriebskosten der Chamber langfristig gesenkt werden, meint Kammerpräsident Wiseler. Sechs Millionen Euro über fünf Jahre hat die Chamber deswegen investiert. Zur physischen Absicherung des Parlaments laufen bereits länger Renovierungsarbeiten. Während des Sommers wurde u.a. das Plenum sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht.