Gesundheitsrisiko

PFAS im Blut: Grüne warnen vor Gefahren von Ewigkeitschemikalien

„déi gréng“ fordern von der Regierung einen nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Ewigkeitschemikalien. CSV und DP lehnen das bislang ab. Mit Bluttests wollen die Abgeordneten Joëlle Welfring und Djuna Bernard nachweisen, wie verbreitet die umwelt- und gesundheitsgefährdenden Substanzen tatsächlich sind.

Djuna Bernard, Joëlle Welfring und Tilly Metz bei einer öffentlichen Veranstaltung in professioneller Kleidung

Djuna Bernard, Joëlle Welfring, Tilly Metz Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Um den politischen Forderungen ihrer Partei nach einer stärkeren Beschränkung sogenannter Ewigkeitschemikalien Nachdruck zu verleihen, haben die Grünen-Abgeordneten Joëlle Welfring und Djuna Bernard ihr eigenes Blut auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) testen lassen. Bei der 33-jährigen Bernard wurden vier, bei der 18 Jahre älteren Welfring sogar fünf der 13 getesteten PFAS-Chemikalien nachgewiesen. Diese Resultate entsprächen dem EU-Durchschnitt, Substanzen wie Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) seien im Blut der meisten Menschen vorhanden, sagte Joëlle Welfring am Montag auf einer Pressekonferenz im Sitz der politischen Gruppierung „déi gréng“. Alle fünf in den Bluttests nachgewiesenen Substanzen sind inzwischen entweder in der EU verboten oder ihr Einsatz ist streng reguliert.

Ewigkeitschemikalien oder PFAS kommen aber nach wie vor in der industriellen Produktion zum Einsatz, etwa bei der Herstellung von Papier oder Halbleitern, finden sich aber auch in Alltagsgegenständen wie beschichteten Pfannen, Textilien, Verpackungen, Kosmetika, Elektronik oder Feuerlöschern. In der Industrie beliebt sind sie vor allem wegen ihrer Hitzebeständigkeit, Haltbarkeit, Nichtreaktivität sowie isolierenden und wasserabweisenden Eigenschaften. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie kaum abbaubar sind und über Abfälle in Gewässer, Trinkwasser, Böden, Agrarerzeugnisse, Wein und andere Konsumgüter gelangen und sich „ewig“ dort halten. In Luxemburg war jüngst das PFAS-Pestizid Fludioxonil in den Schlagzeilen, das die NGO „Pan Europe“ in Äpfeln aus Luxemburg entdeckt hat. In den vergangenen Jahren gerieten Ewigkeitschemikalien vor allem wegen Gesundheitsrisiken in Verruf: Sie stehen im dringenden Verdacht, krebserregend zu sein, das Immunsystem zu schwächen, Unfruchtbarkeit und Schäden an inneren Organen zu erzeugen.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Zweite Verhandlungsrunde

Tripartite gerät wegen Mindestlohn ins Stocken