ACEL
Organisation der Luxemburger Studenten schrieb Brief an Seehofer – ohne Antwort
Die Pandemie hat auch die Studenten in und aus Luxemburg vor allerlei besondere Probleme gestellt. Die Studentenvertretung ACEL hat jetzt Zwischenbilanz gezogen, wo und wie man habe für Linderung sorgen können – und wo es noch hapert.
(Symbolfoto) Foto: Pixabay
Bereits vor etwa zwei Wochen hat der Vorsitzende des Dachverbandes der Studentenvereinigungen ACEL an dieser Stelle die besonderen Probleme umrissen, die die Corona-Pandemie für die luxemburgischen Studenten darstellt.
Die Vereinigung der Zirkel Luxemburger Studenten („Association des cercles d’étudiants luxembourgeois“) vertritt laut Eigenauskunft 40 studentische Kreise in Europa und Nordamerika und damit mehr als 10.000 Studenten. Jetzt hat die Organisation bei einer Pressekonferenz und auch in einer Erklärung resümiert, wie man im Detail habe auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren können.
So sei es in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten gelungen, Studenten, die im Ausland studieren, optimal über die Mobilität in Europa zu informieren.
Besonders wichtig sei hier Deutschland gewesen, das bei Luxemburgern beliebteste Ziel: „Rund 4.500 luxemburgischen Studenten machte es die Schließung der Grenze unmöglich, in ihre Universitätsstädte in Deutschland zu reisen.“
Dabei, so behauptet die ACEL in ihrer Mitteilung, habe das nicht dazu beigetragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Vielmehr seien die Luxemburger „diskriminiert“ worden, „da die Grenzen zu den Niederlanden und Belgien zu diesem Zeitpunkt noch offen waren“. Diesen Standpunkt habe man auch in einem Brief an den deutschen Innenminister Horst Seehofer mitgeteilt. Das Schreiben blieb ohne Antwort.
Nach der Wiederöffnung der Grenzen führte der rasche erneute Anstieg der Infektionszahlen Ende Juni allerdings wieder zu ähnlichen Problemen. Durch gute Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Außenministerium konnte verhindert werden, dass bestimmte Universitäten bestimmten luxemburgischen Staatsangehörigen im Juli den Besuch von Universitätsgebäuden untersagten, nachdem das Großherzogtum vom deutschen Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikozone eingestuft worden war.
Außerdem sei es durch die Initiative der ACEL gelungen, die Kriterien für die Inanspruchnahme eines PCR-Tests auf Studierende auszudehnen, wenn diese für die Teilnahme an Prüfungen in ihre Universitätsstadt reisen mussten.
Finanzielle Schieflagen
Die finanzielle Schieflage, in die Studenten durch die Corona-Krise schnell gelangen konnten, war ein weiteres wichtiges Thema für die ACEL. Auch hier stellt sich die Organisation ein gutes Zeugnis aus. So habe die Regierung sowohl der Forderung entsprochen, den Studierenden kurzfristig finanzielle Unterstützung zu bieten, als auch der Forderung, Studierenden, die gezwungen waren, ihr Studium zu verlängern, ein zusätzliches Semester finanzieller Unterstützung zu gewähren. Für Letzteres war eine gesetzliche Anpassung notwendig.
Kritik übt die ACEL weiterhin an der Tatsache, dass Arbeitgeber einseitig von geschlossenen befristeten Arbeitsverträgen zurückgetreten seien, obgleich die jeweiligen Studenten sich ihrerseits, als Arbeitnehmer, zu bestimmten Stunden verpflichtet hätten und somit hier wichtige Einnahmen wegfielen. Dies treffe die Studenten umso mehr, da der Wegfall dieser Arbeitsmöglichkeiten kein Anspruch auf Arbeitslosengeld begründe.