Benelux-Visite
„Odessa ist nicht Kiew“: Wie Krieg und Leben in der Ukraine koexistieren
Odessa ist die bedeutendste Hafenstadt der Ukraine, Dreh- und Angelpunkt der ukrainischen Getreideexporte in die ganze Welt. Die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens macht Odessa jedoch zu einem konkreten Ziel im russischen Angriffskrieg. Außenminister Xavier Bettel ist am Dienstag mit einer Benelux-Delegation auf Kurzvisite ans Schwarze Meer gefahren.
Beweisen am Dienstag symbolische Einheit: die Benelux-Delegation mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha (2.v.r.) Foto: Editpress/Sidney Wiltgen
Die Luxemburger Pressedelegation ist am Freitag vor der Abreise nach Moldau zu einem Sicherheitsbriefing ins Luxemburger Außenministerium geladen. Ein vor Pressereisen eher ungewöhnlicher Vorgang. Weil die Benelux-Delegation am Dienstag für eine kurze Visite nach Odessa aufbricht, eine Notwendigkeit. „Odessa ist nicht Kiew“, werden die Diplomaten und Journalisten von einer Beamtin im Ministerium begrüßt. „Die Reaktionszeit bei einem Bombenalarm liegt bei weniger als drei Minuten.“ Ein Notfallrucksack soll eingepackt werden, inklusive Erste-Hilfe-Kit. Nachdem die wichtigsten Informationen an Mann und Frau gebracht wurden, wurde der Rest des Freitagnachmittags damit verbracht, das Anbringen von Tourniquets und Druckverbänden sowie das Stopfen von Schuss- und Stichwunden zu üben. Ein Kriegs-Crash-Kurs in Erster Hilfe, bevor der Flieger am Sonntagabend Richtung Chisinau abhebt.