Porträt
Neuer ADR-Abgeordneter Michel Lemaire: „E Mënsch, deen sech net ëmmer allze eescht hëlt“
Die ADR-Fraktion verjüngt sich. In zwei Wochen rückt der 37-jährige Clerfer Gemeinderat Michel Lemaire für den 72-jährigen Jeff Engelen in die Abgeordnetenkammer nach. Porträt eines widersprüchlichen Charakters.
Am Wahlabend des 8. Oktober 2023 mit dem Adrenalin-Vorsitzenden Maksymilian Woroszylo (l.) in der Sportsbar The Spot, wo die ADR ihre Wahlparty abhielt Foto: Editpress/Tania Feller
Die Frage, wie Luxemburg der von der ADR heraufbeschworenen „Wachstumsfalle“ entkommen könne, wusste Michel Lemaire Ende Oktober im Radio 100,7 nicht eindeutig zu beantworten. Durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz könnten wir vielleicht „méi smart Modeller“ entwickeln, unseren Finanzplatz so aufstellen, dass er „fit fir d’Zukunft“ sei. Auf die Frage nach der Absicherung der Renten zählte Lemaire die Maßnahmen auf, die CSV und DP sowieso umzusetzen gedenken. Langfristig müssten Betriebs- und private Zusatzrenten gestärkt, neben dem öffentlichen ein kapitalgedecktes Rentensystem aufgebaut werden, sagte Lemaire. Das Beispiel zeigt, wie wenig alternative Reformschläge die Alternativ Demokratesch Reformpartei in zentralen politischen Fragen tatsächlich anzubieten hat. Weshalb sie ihre Politik vor allem auf die luxemburgische Sprache ausrichtet, gegen „kriminelle Ausländer“, LGBT und „links-grüne Ideologie“ hetzt. Was halbwegs zu funktionieren scheint, wie der letzte Politmonitor gezeigt hat.