Internationale Schienenwege
Neue Zugstrecke zwischen Luxemburg, Saarbrücken und Mannheim geplant
Das Mobilitätsministerium sieht eine neue Zugverbindung mit den Nachbarländern vor, die vor allem Pendlern aus dem Saargebiet zugutekommen soll. Ein konkreter Umsetzungsplan ist jedoch nicht vorhanden.
Rollt demnächst ein Zug auf direktem Weg von Luxemburg bis nach Mannheim? Symbolfoto: Editpress/Alain Rischard
Eine Zugverbindung zwischen Luxemburg und Mannheim ist immer wieder im Gespräch. Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) empfing am 6. Februar Vertreter aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und der Region Grand Est. Dabei wurde eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, die die Möglichkeit einer direkten Zugverbindung Luxemburg–Saarbrücken–Mannheim untersuchte. Die LSAP-Abgeordneten Mars Di Bartolomeo und Yves Cruchten haben in einer parlamentarischen Frage nachgehakt, wie realistisch eine Umsetzung des Projektes ist.
Diese Zugverbindung sei laut der schriftlichen Antwort der Mobilitätsministerin theoretisch möglich, jedoch „nur progressiv und auch in verschiedenen Etappen“. Es gäbe zwei Möglichkeiten. Die erste wäre eine regionale, dreistündige Zugverbindung über Wasserbillig, Konz, Saarburg, Saarbrücken und Mannheim. Die zweite wäre eine Fernverbindung, ähnlich dem französischen TGV, die sich über Saarbrücken und Mannheim mit dem deutschen Zugnetzwerk verknüpft. Ob diese nun über Metz und Thionville oder Wasserbillig und Konz führt, bleibt unentschieden. Gerade die letztere, so Yuriko Backes, wäre „ein neues attraktives Angebot für die Grenzgänger aus dem Saargebiet“.
Jedoch ist dieses Projekt kein ausgearbeitetes Vorhaben, denn etliche Punkte stehen noch offen. Wann diese Zugverbindung in Betrieb treten wird, schätzt das Ministerium auf die zweite Hälfte der 2030er. Allerdings hängt dieses Ziel von den bislang fehlenden finanziellen und infrastrukturellen Details ab. Zu der Ausarbeitung eines Finanzierungsplans schrieb Yuriko Backes, dass „noch keine finanziellen Verpflichtungen zwischen den Partnern auf luxemburgischer und deutscher Seite getroffen“ wurden.
Auch die infrastrukturelle Planung weist Mängel auf. Die größte Herausforderung stellt das Rollmaterial dar, denn dieses muss mit den bereits vorhandenen Bahnanlagen der drei Länder kompatibel sein. Weiterhin müssen noch verschiedene Teile auf der vorgeschlagenen Strecke modernisiert werden, wie der Engpass auf der Brücke vor Konz und die Gleise zwischen Sandweiler und Wasserbillig. Auch der Bahnhof in Wasserbillig muss ausgebaut werden. Der Start der Bauarbeiten für den Wasserbilliger Bahnhof ist für Anfang 2029 geplant und soll 2032 fertiggestellt werden. Die Ausarbeitung der Gleise soll erst zwischen 2035 und 2040 begonnen werden.