Corona-Krise
Neue Exit-Phase in Luxemburg: Ab 11. Mai sollen Geschäfte öffnen und soziales Leben wieder möglich sein
Ab dem 11. Mai werden in Luxemburg wieder soziale Kontakte erlaubt sein. Das kündigt Premierminister Xavier Bettel am Montagmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert an. Bis zu sechs Personen dürfen sich wieder gemeinsam treffen, verschiedene Sportarten dürfen wieder ausgeübt werden und Geschäfte sowie Kulturinstitute werden erneut geöffnet. Der Gastronomiebereich könnte ab dem 1. Juni den Betrieb aufnehmen.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert und Premierminister Xavier Bettel appellieren an den „gesunden Menschenverstand“ und die „Eigenverantwortung“ der Bürger Foto: Editpress/Tania Feller
„Wir haben eine außergewöhnliche Situation in den letzten zwei Monaten im Kampf gegen das Coronavirus erlebt“, sagte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Montagmittag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP). „Unser Land hat es bisher geschafft, das Schlimmste zu vermeiden.“
Die Zahlen der Neuinfektionen seien nun sehr niedrig. Es sei eine beruhigende Situation im Vergleich mit den vergangenen Wochen. Das sei nur möglich durch die strengen Maßnahmen der letzten Wochen. Ab dem 11. Mai werde man deswegen in eine neue Phase der Wiedereröffnung starten.
Wie der Premierminister ankündigt, sind ab dem 11. Mai wieder Zusammenkünfte mit bis zu sechs Personen bei sich zu Hause erlaubt. Draußen sind Treffen mit bis zu 20. Personen gestattet, wenn ein Abstand von zwei Metern eingehalten wird. „Es geht um Eigenverantwortung“, sagt Bettel. Man soll sich weiter verantwortlich verhalten, aber es sei wichtig, dass das soziale Leben wieder aufgenommen werden kann. Sportarten wie Tennis oder Reiten dürfen wieder ausgeübt werden, allerdings sind Kontaktsportarten weiterhin verboten.
Der Handelssektor soll mit strengen Auflagen, die in den nächsten Tagen mitgeteilt werden, wieder seinen Betrieb aufnehmen können. Auch viele Kultureinrichtungen werden ihre Türen erneut öffnen können. Zubleiben müssen allerdings all jene Geschäfte, die größere Menschenmengen versammeln, beispielsweise Kinos, Fitnesszentren oder auch öffentliche Plätze wie Spielplätze. Beauty-Salons, Barbiers und Friseure dürfen ab dem 11. Mai wieder öffnen, aber nur auf Termin Kunden empfangen.
Ausgenommen von dieser nächsten Phase ist der Gastronomie-Sektor. Er habe Verständnis für die Lage der Gastronomen, sagt der Premierminister, aber eine Eröffnung sei im Mai noch nicht machbar. Falls die Neuinfektionszahlen so niedrig bleiben wie in den letzten Tagen, könne man eventuell den 1. Juni als Stichdatum für die Wiedereröffnung von Restaurants ins Auge fassen. Wann Bars, Cafés und Diskotheken den Betrieb wieder aufnehmen dürfen, könne man noch nicht sagen.
Außerdem werde man in den kommenden Tagen an alle Bürger in Luxemburg über 16 Jahren 50 Masken verteilen, kündigt Bettel am Montag an. Die Regierung berate mit der Polizei, dem CGDIS („Corps grand-ducal d’incendie et de secours“) sowie den Gemeinden, wie man diese Masken schnellstmöglich an die Haushalte ausliefern könne. Von der Maßnahme sollen aber auch Grenzgänger, die in Luxemburg arbeiten, profitieren. Die Regierung organisiere dies in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Armee.
Sowohl Gesundheitsministerin Paulette Lenert wie auch Premierminister Xavier Bettel appellierten an den „gesunden Menschenverstand“ und die „Eigenverantwortung“ der Bürger. Trotz dieser neuen Phase solle man weiter vorsichtig sein und sich an alle sanitären Maßnahmen wie das Tragen der Maske und das häufige Händewaschen halten. Es sei jetzt nicht einfach wieder alles „normal“, sondern Luxemburg müsse weiter mit dem Virus leben.