Corona-Cluster
„Navigation auf Sicht“ – Verantwortliche aus der Pflegebranche reagieren auf den Waringo-Bericht
Jeannot Waringo macht in seinem Bericht zu den Corona-Clustern auf mehrere Dinge aufmerksam: die oft vage Formulierung der Empfehlungen des Familienministeriums, die späte Einführung der Testpflicht und auch das Fehlen eines Krisenplans für den Herbst 2020. Eine „Navigation auf Sicht“ habe aufgrund nicht vorhandener Pandemieerfahrung auf der Tagesordnung gestanden, sagt der Copas-Vorsitzende Marc Fischbach. Auch andere Verantwortliche aus der Pflegebranche äußern sich im Gespräch mit dem Tageblatt zu den Kritikpunkten des Waringo-Berichts.
„Ich sage Ihnen, dass sicher nicht alles richtig gelaufen ist – aber wenn Fehler passiert sind, dann sind diese zum Zeitpunkt, in dem sie gemacht wurden, nicht als solche erkannt worden, sonst wären sie nicht gemacht worden“, sagt der Präsident des Dachverbands der Pflegedienstleister gegenüber dem Tageblatt Foto: dpa/Sina Schuldt
Der aktuelle Bericht zu den Infektionsclustern in Luxemburger Altenheimen wirbelt viel Staub auf. Der „Rapport“ entstand unter der Leitung von Jeannot Waringo – dem Mann, der am Montag auch das Ergebnis seiner Recherche in der Abgeordnetenkammer vorstellte. In den inner- und außerparlamentarischen Diskussionen, die jetzt im Zuge der Veröffentlichung des neuen Waringo-Berichts stattfinden, spielt besonders die Frage nach möglichen Verantwortlichkeiten eine Rolle; von Interesse ist dabei auch die Sichtweise und das persönliche Erleben der einzelnen Akteure. Verantwortliche aus der Pflegebranche äußern sich gegenüber dem Tageblatt zu der Perspektive der Betreuungseinrichtungen und nehmen Stellung zu einzelnen Punkten, die im Bericht aufgeworfen werden.