Luxemburg

Menschenhandel: Chamber lehnt nationalen Koordinator ab

Alleine in der Europäischen Union sind jährlich etwa 7.000 Menschen betroffen, weltweit sind es schätzungsweise 2,5 Millionen. Menschenhandel gibt es auch in Luxemburg. Die Chamber debattierte am Dienstag über den jüngsten Bericht der Luxemburger Menschenrechtskommission.

Durch das Bettelverbot der Regierung Frieden spielt das Thema Zwangsbettelei hierzulande eine hervorgehobene Rolle

Durch das Bettelverbot der Regierung Frieden spielt das Thema Zwangsbettelei hierzulande eine hervorgehobene Rolle Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der Menschenrechtsrat stellte im März seinen Bericht zum Menschenhandel in Luxemburg vor. In den Jahren 2021 und 2022 wurden im Land 127 Fälle gezählt, eine deutliche Erhöhung zu den lediglich 23 festgestellten Fällen im Zeitraum 2019 bis 2020. Die Chamber hat darauf unterschiedliche Antworten. „Menschenhandel ist auch in unserem Land ein reales Problem“, sagt Carole Hartmann (DP). Der starke Anstieg habe auch mit einer gesunkenen Dunkelziffer zu tun. „Das heißt, dass Polizei und Justiz gute Arbeit geleistet haben.“ Marc Baum („déi Lénk“) stellt infrage, was bisher für den Menschenrechtsschutz getan wurde. Die Situation sei ein Produkt der sozialen Verhältnisse. „Wir schaffen eine Klasse von Ausgeschlossenen“, sagt Baum und bezieht sich damit unter anderem auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt.

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