Ende der Tabuisierung
Luxemburgs offener Umgang mit psychischen Problemen kann Leben retten
Niemand würde sich schämen, mit einer Erkältung zum Arzt zu gehen. Warum ist es bei Psychotherapien anders?
Dass in Luxemburg keine Statistiken zu psychischen Erkrankungen geführt werden, trägt zur Tabuisierung bei Foto: dpa/Arte/El Deseo/Manolo Pavon
Meine schwitzigen Hände hinterlassen glänzende Abdrücke auf der Rückseite meines iPhones. Die Verbindung im Wartezimmer der psychiatrischen Therapeutin ist schlecht, aber ich kann sehen, dass auf meinem Twitter-Account mehrere Mitteilungen eingegangen sind, nachdem ich die Tweets gepostet habe. Es ist der 29. Mai 2019 und ich habe gerade meinen neuesten Artikel geteilt: ein Porträt über eine Borderlinerin, die jahrelang unbemerkt alkohol- und drogenabhängig war. Danach schrieb ich, dass ich gerade selber unterwegs zu einer Therapeutin sei und mich meinen eigenen Problemen stellen würde. Die monatelangen Gespräche mit meiner Protagonistin hätten mich dazu motiviert.