Entscheidung in Kopenhagen

Luxemburg wird Sitz des WHO-Büros für KI im Gesundheitswesen

Das neue Büro soll den europäischen Mitgliedsstaaten der Gesundheitsorganisation dabei helfen, KI in ihre Gesundheitssysteme zu integrieren. Aber auch das luxemburgische Ökosystem klinischer Forschung soll davon profitieren.

Das Hauptquartier der WHO ist in Genf, der Sitz des Regionalbüros in Kopenhagen und das Büro für KI im Gesundheitswesen bald in Luxemburg

Das Hauptquartier der WHO ist in Genf, der Sitz des Regionalbüros in Kopenhagen und das Büro für KI im Gesundheitswesen bald in Luxemburg Foto: AFP

Es ist das ausgeschriebene Ziel vom Premierminister Luc Frieden (CSV), Luxemburg zu Europas führender Nation in Sachen künstliche Intelligenz (KI) zu machen. Diesem Ziel ist seine Regierung nun einen kleinen Schritt näher gekommen: Denn Luxemburg hat den Zuschlag für den Sitz des europäischen Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für KI im Gesundheitswesen bekommen. Das entschied der Regionalausschuss der WHO für Europa am Donnerstag in Kopenhagen. Luxemburg hatte sich mit seiner Bewerbung gegen Polen und Portugal durchgesetzt.

Unterstützung für Mitgliedstaaten

„Das ist eine große Anerkennung für Luxemburg“, sagte Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV). KI soll laut der Ministerin dazu beitragen, die Qualität und Sicherheit der Gesundheitsversorgung zu verbessern, das Gesundheitspersonal zu unterstützen und den Patienten unter Wahrung ihrer Rechte und des Datenschutzes Vorteile in der Behandlung zu bringen. An der Bewerbung hatten neben dem Gesundheitsministerium auch die Ministerien für Digitalisierung und Wirtschaft sowie das Außenministerium gearbeitet.

Das WHO-Büro wird seinen Sitz in Luxemburg haben, untersteht jedoch dem WHO-Regionalbüro für Europa in Kopenhagen. Seine Hauptaufgabe wird darin bestehen, die europäischen WHO-Mitgliedsstaaten dabei zu unterstützen, sichere, ethische und vertrauenswürdige KI in ihre Gesundheitssysteme zu integrieren. Die Arbeit wird sich insbesondere auf die Auswirkungen der KI im Gesundheitswesen, die Erfassung bewährter Verfahren, die Schulung von Fachkräften, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und die Unterstützung nationaler Strategien konzentrieren.

Mit der „Luxembourg AI Factory“, dem Supercomputer „MeluXina“ und dem „Luxembourg National Data Service“ (LNDS) gibt es neben der Universität Luxemburg und weiteren öffentlichen Forschungsinstituten hierzulande bereits mehrere Akteure, die mit Krankenhäusern in den Bereichen klinische Forschung, Gesundheitsdaten und personalisierte Medizin zusammenarbeiten. Mit dem WHO-Büro erhofft sich die Regierung nun eine noch nähere Anbindung des luxemburgischen Ökosystems an den internationalen Kontext der KI im Gesundheitswesen. (judo)

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