Migration

Luxemburg verschärft Asylverfahren mit neuem Screening-System

Mit dem Migrations- und Asylpaket, das am 12. Juni in Kraft treten soll, legt die Europäische Union eine härtere Gangart in Sachen Flüchtlingspolitik ein. Innenminister Léon Gloden hat den entsprechenden Gesetzentwurf zu dessen Umsetzung vorgestellt. Im Zentrum steht dabei ein „Screening“.

Jean-Paul Reiter, Generaldirektor der Einwanderungsbehörde, und Innenminister Léon Gloden im Gespräch

Jean-Paul Reiter (links), Generaldirektor der Einwanderungsbehörde, und Innenminister Léon Gloden Foto: Editpress/Julien Garroy

Türsteher sind gefürchtet. Sie entscheiden darüber, wer einen Klub betreten darf und wer nicht. Zugleich sind sie eine Art von Visitenkarte des Betriebs, für den sie arbeiten. Letztendlich obliegt die Auswahl ihrer Willkür. Charles hat selbst mal als „bouncer“, als Rausschmeißer, gearbeitet. Es war die erste feste Anstellung des gebürtigen Nigerianers, nachdem er eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte. „Das ist schon über 20 Jahre her“, sagt der Mittvierziger, „und ich glaube nicht, dass ich diese heute noch bekommen würde.“ Der vierfache Familienvater weiß von jüngeren Freunden, dass es heute viel schwerer sei, in Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden Asyl bewilligt zu bekommen. „Das gilt selbst für Leute aus dem Norden Nigerias nicht, die der Gewalt von Boko Haram ausgesetzt sind.“ Er meint die islamistische Terrororganisation, die in mehreren west- und zentralafrikanischen Ländern ihr mörderisches Unwesen treibt. „Ich hatte damals Glück“, so Charles.

Von Glück oder Willkür soll es künftig nicht mehr abhängen, ob jemand in Luxemburg einen Flüchtlingsstatus respektive ein Aufenthaltsrecht erhält. „Die Regierung setzt sich für eine verantwortungsvolle Einwanderungspolitik ein – mat Häerz a Verstand“, sagt Innenminister Léon Gloden (CSV) einmal mehr, als er zum Podest tritt, um den Gesetzentwurf zur Umsetzung des Europäischen Migrations- und Asylpakets respektive -pakts, eines gemeinsamen Systems zum Migrationsmanagement der Europäischen Union, vorzustellen. Ihm zur Seite steht Jean-Paul Reiter, Generaldirektor der Einwanderungsbehörde.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Auftakt der Tripartite

Sozialpartner führen „konstruktive“ Gespräche zu kontroversen Themen