Migration
Libysche Asylsuchende – eine Familie im Ungewissen
Einer libyschen Familie droht die Rückführung in ihr vom Bürgerkrieg zerrüttetes Heimatland, obwohl die Mutter schwer erkrankt ist und die Kinder teils bestens qualifiziert für den hiesigen Arbeitsmarkt sind.
Keine Aussicht auf Besserung: Ein Kämpfer der international anerkannten Regierung im Einsatz in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Libyen ist vom Bürgerkrieg zerrüttet. Für die in Luxemburg lebende Familie einer schwerkranken Frau wäre die Rückkehr zu gefährlich. Foto: Amru Salahuddien/XinHua/dpa
Seine schneeweiße Jacke leuchtet aus der Menschenmenge heraus, die am Nachmittag ins Einkaufszentrum in Kirchberg gekommen ist. Er stellt die Einkaufstüten ab und bestellt sich ein Getränk. Seinen richtigen Namen will Ali nicht in der Zeitung lesen. Deshalb haben wir uns auf ein Pseudonym geeinigt. Die Geschichte seiner Familie hat der 33-Jährige bereits mehrmals geschildert. Einige Elemente daraus sind in der vergangenen Woche bereits in den Medien erwähnt worden. Auch dass die libysche Familie, bestehend aus Ali, seinen beiden Brüdern und seinen beiden Schwestern zwischen 50 und 26 Jahren sowie seiner 72-jährigen Mutter, vorerst in ihrer Kirchberger Unterkunft bleiben darf. Zumindest bis zum 14. November – nachdem sie zuvor vom „Office national de l’accueil“ (ONA) einen Bescheid erhalten hatte, die Struktur bis vergangenen Montag zu verlassen.