Arbeitsrecht
Lehren aus einem Debakel: Warum Vorruhestandsregeln bei Liberty Düdelingen versagten
Nachdem Liberty Steel Düdelingen im November 2024 offiziell insolvent wurde, haben rund 150 Mitarbeiter ihren Job verloren. Die Gewerkschaften hofften auf Vorruhestandsregelungen. Diese Hoffnung blieb größtenteils jedoch unerfüllt.
Der Vorruhestand war für die große Mehrheit der potenziell betroffenen Liberty-Mitarbeiter, nachdem die Aktivitäten eingestellt wurden, rechtlich nicht mehr möglich Foto: Editpress/Julien Garroy
Das Liberty-Werk in Düdelingen gehörte ursprünglich zu ArcelorMittal. 2017 musste dieser jedoch den Standort verkaufen, um eine EU-Genehmigung zum Kauf des Ilva-Stahlwerks in Italien zu erhalten. Käufer war das aufstrebende Familienunternehmen Liberty Steel von Sanjeev Gupta.
Die Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsplans gestaltete sich jedoch schwierig: Ab 2021 häuften sich die Probleme im Liberty-Imperium, was Folgen für das Werk in Düdelingen hatte: Die versprochenen Investitionen von 100 Millionen Euro sind nie angekommen. Schlussendlich wurde die Produktion eingestellt, die Belegschaft schrumpfte von 300 auf 150. „Ich sitze einfach nur hier. Es passiert nichts“, schilderte 2023 ein Arbeiter gegenüber dem Tageblatt. Der Staat konnte nicht eingreifen, da die Gehälter weiterbezahlt wurden.