Analyse
Krieg statt Klima: Wie sich „déi gréng“ gegen den Zeitgeist stemmen
Keiner redet mehr übers Klima, aber alle über Krieg. Schwierige Zeiten für die Friedenspartei „déi gréng“? Über eine Partei, die in Anbetracht aller Umstände viel mit sich selbst beschäftigt sein müsste – aber stattdessen starke Akzente in der Opposition setzt.
Der Zeitgeist ist gerade nicht auf ihrer Seite: die Grünen bei ihrer jährlichen Bilanz vor der Sommerpause Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Spannung entlädt sich Ende März, auf dem Parteikongress in Niederanven. Als politischer Beobachter hat man auf diesen Moment gewartet, ja, mit ihm gerechnet. Wie weit kann sich eine Partei biegen, bis die Belastung zu groß wird, bis sich erste Risse zeigen? Seit drei Jahren ist wieder Krieg in Europa, alle reden über Verteidigung, Aufrüstung, Sicherheit. So auch die Grünen. Von Ukraine-Hilfe bis Militärinvestitionen, in den vergangenen Jahren hat die Friedenspartei historische Entscheidungen mitgetragen. Und das allen Anschein nach ohne größere interne Konflikte.