Forschung
Komplementäre Dreifach-Helix: LIH und LIST wollen noch enger mit der Universität kooperieren
Dass der Standort Luxemburg exzellente Forschung beheimatet, ist international längst anerkannt. Der Ausformung als echter Big Player steht aber die Größe der Landes entgegen, die nun mal nicht so „big“ ist. Darum ist es umso wichtiger, dass im Großherzogtum nicht mehrere Akteure nebeneinanderher arbeiten, sondern dass man sich vernetzt und gegenseitig ergänzt. Von dieser Erkenntnis ist ein Abkommen getragen, das am Donnerstag in Esch unterzeichnet wurde.
V.l.n.r.: Ulf Nehrbass (LIH), Unirektor Stéphane Pallage, Minister Claude Meisch, Thomas Kallstenius (LIST) und Jens Kreisel (Uni.lu) wollen den Forschungsstandort Luxemburg noch stärker machen Foto: Sophie Margue
Synergieeffekte sind ein naheliegendes Ziel bei jeglichen Kooperationen, auch und besonders im Wissenschafts- oder Bildungsbereich. Und im Großherzogtum offenbar besonders notwendig: Denn Luxemburg betreibe zwar erstklassige Forschung, habe aber trotzdem ein grundlegend einschränkendes Problem, erklärt Ulf Nehrbass, Geschäftsführer des Luxembourg Institute of Health (LIH), am Donnerstagmorgen in Esch/Alzette: „Während wir in der Forschung klar exzellent sind, müssen wir ebenso klar sehen, dass wir klein sind!“ Nehrbass gibt ein Beispiel: Im Bereich der Biomedizin kämen das LIH, das LCSB (Luxembourg Centre for Systems Biomedicine) und die Forschungsgruppen an der Universität auf rund 700 bis 800 Mitarbeiter. Alleine das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg habe aber 3.300 Mitarbeiter, darunter 1.300 Forscher, gibt Nehrbass zu bedenken. Um sich international zu behaupten, sei es für Luxemburg darum umso wichtiger, sich abzustimmen – und über Komplementarität Synergien zu erzeugen. „Es ist wichtig, dass wir nicht alle das Gleiche tun, sondern dass wir uns ergänzen!“