Luxemburg

Immer mehr Fahrer sind ohne Sicherheitsgurt unterwegs: 24 Verkehrstote im letzten Jahr

Immer mehr Fahrer sind ohne Sicherheitsgurt unterwegs: 24 Verkehrstote im letzten Jahr

24 Menschen sind vergangenes Jahr bei Verkehrsunfällen in Luxemburg gestorben. Fünf davon waren Fußgänger. 267 Menschen wurden schwer verletzt. Das geht aus einem Bericht hervor, den Verkehrsminister François Bausch („déi gréng“) am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz vorstellte. Die Zahl der Verkehrstoten ging leicht zurück (26 waren es im Jahr davor), während die Zahl der Schwerverletzten stieg (von 217 auf 267).

Im mittelfristigen Trend (2013 bis 2021 – Bauschs Amtszeit) sieht die Bilanz durchweg positiv aus. Sowohl die Zahl der Verkehrstoten (minus 47 Prozent) als auch die Zahl der Schwerverletzten (minus 16 Prozent) gingen zurück. Die Zahl der Leichtverletzten legte in diesem Zeitraum hingegen um 4 Prozent zu.

Sowohl die Europäische Union wie auch die Vereinten Nationen haben das Ziel ausgerufen, die Zahl der Verkehrstoten- und Verletzten von 2021 bis 2030 zu halbieren.

Im europäischen Vergleich befindet Luxemburg sich im ersten Drittel auf Platz 8. Weniger Verkehrstote pro Einwohner haben nur Malta, Schweden, Dänemark, Irland, die Niederlande, Deutschland und Spanien.

Bausch erklärte aber auch, dass Luxemburg in einer „spezifischen Situation“ sei. Gemeint ist die hohe Zahl der Grenzgänger, die am Verkehr in Luxemburg teilnehmen. Ihre Zahl ist von 2010 bis 2021 um 39 Prozent gestiegen. Viel schneller übrigens als die Bevölkerung, die nur um 26 Prozent gewachsen ist.

Die meisten Verkehrstoten und –verletzten nahmen mit einem Auto am Verkehr teil. 2021 starben hingegen „nur“ drei Motorradfahrer. „Es gab Jahre, da waren es acht oder neun“, kommentierte Bausch. Fußgänger wurden 32-mal schwer verletzt und 5-mal tödlich.

Gefährlicher Sommer

Die gefährlichsten Jahreszeiten sind übrigens der Sommer und der Frühling. Bausch sagte, dass sich die Verkehrsteilnehmer in diesen Monaten, aufgrund der guten Sicht und der sauberen Straßen, dazu verleiten ließen, schneller zu fahren. Das sei nichts Neues, so der Minister weiter. Die allermeisten Verkehrsunfälle mit schwerem oder tödlichem Verlauf passierten auf trockener Fahrbahn.

Bausch machte bei der Pressekonferenz darauf aufmerksam, dass 15 der Schwerverletzten und 4 der Verstorbenen von 2021 keinen Sicherheitsgurt trugen. „Es scheint eine Mode zu sein, keinen Sicherheitsgurt zu tragen“, sagte Bausch. „Ich habe den Eindruck, dass die Leute glauben, der Gurt sei nur für vorne.“

Was die Ursachen der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Toten angeht, so fällt auf, dass zu hohe Geschwindigkeit als Ursache über die Jahre zurückgegangen ist. „Das hat sicher mit den Radargeräten zu tun, auch wenn viele Leute das nicht glauben wollen“, sagte Bausch. Die Geräte sind in Bauschs Amtszeit eingeführt worden und werden noch weiter ausgebaut. Streckenradare sollen in den Tunneln des Landes aufgebaut werden. Als prioritär nannte Bausch die Tunnelanlagen der A7 („Nordstrooss“).

Hingegen konnte jeweils ein Anstieg bei Alkohol und Drogen als Ursache von Verkehrsunfällen festgestellt werden. Bausch warnte, dass, auch wenn in Zukunft Rauschmittel legalisiert würden (Cannabis), sich dadurch an der Null-Toleranz von Drogen am Steuer nichts ändern würde.

Ablenkung durch das Handy oder sonstige Geräte könne nur sehr schwer als Ursache von Verkehrsunfällen nachgewiesen werden, so Bausch. Deshalb tauche sie in der Bilanz nicht auf. Bausch zeigte sich überzeugt davon, dass ein Mehr an Bildschirmen im Innenraum zu einem Mehr an Ablenkung führt.

Darauf angesprochen, warum in der Europäischen Union nicht mehr gemacht werde, um Sicherheitstechnik in Autos einzubauen, meinte Bausch, er setze sich auf europäischer Ebene dafür ein, dass solche Technologie nicht bloß als Sonderausstattung eingebaut werde, sondern zur Standardausstattung gehöre. Als Beispiel nannte er eine Fußgängererkennungssoftware, die vor Fußgängern warnt und im Ernstfall selber bremst, falls der Fahrer es nicht tut.

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