Ukrainische Flüchtlinge
„Ihre Lebensbedingungen werden immer schlechter“
Seit Beginn des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine (24. Februar 2022) sind vier Jahre vergangen: vier Jahre Krieg und unermessliches Leiden für die ukrainische Bevölkerung, die ihren härtesten Kriegswinter erlebt. Inna Yaremenko, Vizepräsidentin der ASBL LUkraine und Vertreterin der Menschenrechtskommission des ukrainischen Parlaments in Luxemburg, über die aktuelle Situation der Ukrainer hierzulande.
Inna Yaremenko, Vizepräsidentin der ASBL LUkraine und Vertreterin der Menschenrechtskommission des ukrainischen Parlaments in Luxemburg Foto: Editpress/Julien Garroy
Vor vier Jahren herrschte eine große Anteilnahme und Aufnahmebereitschaft seitens der westeuropäischen Länder gegenüber den ukrainischen Flüchtlingen. Hat sich seither etwas verändert? Ist die Hilfsbereitschaft noch dieselbe?
Inna Yaremenko: Die Unterstützung hat sich stark verändert. Zu Beginn des Krieges dachten wir alle, dass dieser nicht lange dauern würde und nach einigen Monaten zu Ende wäre. Wir spürten eine riesige Solidarität sowohl auf offizieller Ebene seitens der Regierung als auch von Seiten der Bevölkerung. In der Zwischenzeit hat sich doch einiges geändert. Andere Konflikte rückten zum Teil in den Vordergrund. Viele Menschen waren außerdem der ständigen Nachrichten über den Krieg in der Ukraine müde geworden. Wir merkten dies auch hinsichtlich der Spenden, die zurückgingen. Wir müssen damit umgehen, weil wir noch immer nicht genügend Unterstützer haben. Aber wir machen unermüdlich weiter und dürfen nicht aufgeben. Schließlich glauben wir an unsere Mission.