Governance-Problem?
Hochschulministerium gibt eigenes externes Audit der Uni.lu in Auftrag
Hochschulministerin Obertin lässt die Verwaltung der Universität Luxemburg unabhängig prüfen. Ziel ist eine vollständige, kohärente Bewertung der Situation.
Hochschulministerin Stéphanie Obertin (DP) lässt die Verwaltung der Universität Luxemburg extern prüfen Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Universität Luxemburg steht wegen angeblicher Missstände unter Druck: Toxisches Arbeitsklima, Mobbing und fragwürdige Entlassungen sorgen für Aufsehen. Nun lässt Hochschulministerin Stéphanie Obertin (DP) ein separates, externes Audit der Verwaltung der Universität Luxemburg durchführen.
Wie aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen vom Montag hervorgeht, fiel die Entscheidung, nachdem die Ministerin das von der Universität in Auftrag gegebene Pflichtenheft („cahier des charges“) geprüft hatte. Das Ministerium werde selbst einen qualifizierten externen Dienstleister mit der Prüfung beauftragen, den Prozess überwachen und das Pflichtenheft festlegen.
Diese Prüfung auf Ministerialebene ergänzt das vom Verwaltungsrat der Universität angekündigte externe Audit. Sie soll laut Ministerin die Leitungsmechanismen, Zuständigkeiten, Entscheidungsprozesse, Ethikregeln und mögliche Interessenkonflikte unabhängig untersuchen. Ziel sei eine vollständige, kohärente Bewertung der Situation an der Universität.
Abgeordnete äußern Bedenken
Am 19. Januar hatte der Aufsichtsrat der Universität Luxemburg ein Pflichtenheft für ein externes Audit des Arbeitsumfelds und der organisatorischen Praktiken im Personalwesen angenommen. Laut Direktor Jens Kreisel soll das Dokument bis spätestens Freitag, den 6. Februar öffentlich einsehbar sein. Die eigentliche Überprüfung ist für März geplant.
In der Sitzung der Hochschulkommission am vergangenen Dienstag hatten Abgeordnete Bedenken darüber geäußert, dass die Universität eigenständig ein externes Audit in Auftrag geben und das Lastenheft bestimmen dürfte.