„Historische“ Fusion im Pflegesektor

Help ist Teil der Croix-Rouge geworden

Die Hilfs- und Pflegedienste Help und „Doheem versuergt“ sind seit 25 Jahren eng verbunden. Vor zehn Monaten haben sie „fusioniert“. Damit wurde Help vollständig in die Croix-Rouge aufgenommen.

Paul Bach, Guillaume Steichen, Catherine Gapenne und Michel Simonis bei offizieller Help und Croix-Rouge Übergabeveranstaltung

Paul Bach (l.), langjähriger Präsident von Help, sein Nachfolger Guillaume Steichen (2.v.r.), Help-Direktorin Catherine Gapenne (2.v.l.) und der Generaldirektor der Croix-Rouge, Michel Simonis (r.) Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Die am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Hauptsitz der luxemburgischen Croix-Rouge in Luxemburg-Stadt vorgestellte „historische“ Verschmelzung der Hilfs- und Pflegedienste Help und „Doheem versuergt“ zu einer juristischen Einheit war eigentlich nur eine Formalität. Ermöglicht worden sei sie erst durch das neue Asbl-Gesetz, hieß es am Mittwoch. Beschlossen wurde sie auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 27. Juni 2025, auf der das bisherige Pflegenetzwerk Help in „Doheem versuergt“ überführt und anschließend aufgelöst wurde. Den Markennamen Help und die visuelle Identität habe man wegen des Wiedererkennungswerts des „ältesten Akteurs“ im Pflegebereich beibehalten, sagte der (Noch-)Generaldirektor der Croix-Rouge, Michel Simonis. Im Mai wird Simonis vom aktuellen UEL-Direktor Marc Wagener an der Spitze der Croix-Rouge abgelöst.

Die eigentliche Zusammenlegung der beiden Vereinigungen ohne Gewinnzweck war jedoch ein schrittweiser Prozess. Der liberale Markt der von der Pflegeversicherung bezahlten Dienstleistungen ist hart umkämpft. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr kommerzielle Privatunternehmen eine staatliche Zulassung gesichert und sich im Hilfs- und Pflegebereich etabliert. Dass Help nun integraler Bestandteil der „Croix-Rouge-Gruppe“ wurde, soll dem nach „Hëllef Doheem“ zweitgrößten Pflegedienstleister Luxemburgs dabei helfen, sich weiter zu professionalisieren und sich mit einem umfassenden Angebot auf diesem Markt zu behaupten, ohne den Menschen bei dieser „industriellen Quantität an Aktivitäten“ aus dem Blickpunkt zu verlieren, erklärte Simonis. Oder „noch effizienter, transparenter und näher an den Bedürfnissen der Menschen zu sein“, wie die Direktorin von Help, Catherine Gapenne, es auf der streckenweise mit Marketing-Sprech überladenen Pressekonferenz ausdrückte.

Gegengewicht

Eigentlich ist die Croix-Rouge Gründungsmitglied von Help, die sie 1998 nach der Verabschiedung des sogenannten ASFT-Gesetzes („Activité sociale, familiale et thérapeutique“) der damaligen Gesundheits- und Sozialministerin Mady Delvaux-Stehres (LSAP) mit den kommunalen Spitälern aus der Minett-Region und der Beschäftigungsinitiative „Objectif plein emploi“ des früheren OGBL-Präsidenten John Castegnaro als „Hëllef fir de Bierger an d’Biergerin“ ins Leben gerufen hatte. Help entstand gewissermaßen als linksliberales Gegengewicht zu der 1999 vom Bistum und den rechtskonservativen Ordenskongregationen geschaffenen Initiative „Hëllef Doheem“. Mit „Doheem versuergt“ schuf die Croix-Rouge 2000 noch einen eigenen Pflegeanbieter. Als die inzwischen in Help umbenannte Vereinigung 2002 den im Zentrum und Osten tätigen Hilfsdienst Camus übernahm, der von den interkommunalen Vereinigungen Muselheem, Uelzechtdall und Syrdallheem gegründet worden war, wurde auch „Doheem versuergt“ Mitglied bei Help. Dieser Zusammenschluss erlaubte es Help, seine Dienste auf das gesamte Land auszuweiten.

Help beschäftigt eigenen Angaben zufolge derzeit rund 1.500 Mitarbeiter. 2024 erwirtschaftete die Vereinigung einen Umsatz von 117,6 Millionen Euro, wovon 94 Millionen an Personalkosten anfielen. Laut Simonis belief sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf 135 Millionen Euro. „Hëllef Doheem“ verzeichnete 2024 einen Umsatz von 156 Millionen Euro und gab 135 Millionen Euro für Personalkosten aus.

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