Statec

Große Mehrheit nutzt Dienste der digitalen Verwaltung – 48 Prozent haben dabei Probleme

Die Mehrheit der Luxemburger hat 2024 online Behördengänge erledigt – doch Alter und Bildungsstand beeinflussen die digitale Teilhabe deutlich, wie ein neuer Statec-Bericht zeigt.

Einige administrative Prozeduren lassen sich inzwischen auch über die MyGuichet-App erledigen

Einige administrative Prozeduren lassen sich inzwischen auch über die MyGuichet-App erledigen Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und ist längst im Alltag der meisten Einwohner Luxemburgs angekommen. Laut einem aktuellen Bericht von Statec haben 87 Prozent der Befragten Behördengänge online erledigt. Wenig überraschend ist dabei, dass die Nutzungsquote je nach Altersgruppe und Bildungsstand variiert. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich hingegen keine nennenswerten Unterschiede.

Von denjenigen, die digitale Verwaltungsdienste nutzten, hatten 52 Prozent keine Schwierigkeiten mit den Webseiten oder Apps des öffentlichen Dienstes. Das wiederum bedeutet, dass fast die Hälfte der Nutzer auf Probleme gestoßen ist – sei es technischer Natur oder sonstige Schwierigkeiten.

Davon berichten 22 Prozent von technischen Problemen, für 27 Prozent gestaltete sich die Nutzung als herausfordernd. Und 11 Prozent hatten Schwierigkeiten mit der elektronischen Signatur oder der Online-Identifikation.

Am häufigsten wurden die Online-Dienste 2024 zum Herunterladen von Formularen genutzt – von 66 Prozent der Nutzer. 63 Prozent griffen über die Plattformen auf persönliche Daten zu. Seltener wurden die Dienste für Anträge auf Leistungen oder Rechte verwendet (von 18 Prozent) oder von für sonstige Anliegen wie Reklamationen und Beschwerden (12 Prozent).

Digitale Kompetenzen

Ein klarer Zusammenhang zeigt sich zwischen dem Bildungsstand und der Nutzung digitaler Verwaltungsdienste: je höher der Bildungsstand, desto größer der Anteil der Nutzer. So nutzten fast alle Personen mit höherer formaler Bildung, 95 Prozent, die Online-Angebote der Verwaltungen. Bei Menschen mit mittlerem Bildungsstand lag der Anteil bei 87 Prozent, bei Personen mit niedriger formaler Bildung immerhin noch bei 72 Prozent – also fast zwei Drittel.

Auch das Alter spielt eine Rolle: 94 Prozent der 25- bis 44-Jährigen erledigten online Behördengänge. Bei den 45- bis 54-Jährigen lag der Anteil mit 91 Prozent nur geringfügig darunter. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen sank er jedoch auf 81 Prozent – ein Hinweis auf eine beginnende digitale Kluft. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass ältere Menschen häufiger Schwierigkeiten mit der Technik haben oder andere Wege des Kontakts mit der Verwaltung bevorzugen. Unter den 65- bis 74-Jährigen nutzten nur noch 68 Prozent die digitalen Dienste. Zudem gaben 14 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und sogar 21 Prozent der 65- bis 74-Jährigen an, nicht über die notwendigen digitalen Kenntnisse oder Kompetenzen zu verfügen.

Bei den 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 86 Prozent. Laut Statec ist dieser etwas niedrigere Wert jedoch weniger auf fehlende Kompetenzen zurückzuführen, sondern vielmehr auf einen geringeren Bedarf an Behördengängen. Nur zwei Prozent dieser Altersgruppe gaben an, nicht über die nötigen digitalen Fähigkeiten zu verfügen, um Verwaltungsangelegenheiten online zu erledigen. (WiR)

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