Luxemburg
Frau wehrt sich nach Belästigungen: „Ich bin nicht körperlich verletzt, aber seelisch“
Der Ausflug einer Frau von Luxemburg-Stadt nach Esch hat sich am vergangenen Wochenende in einen Spießrutenlauf verwandelt. Anzügliche Blicke, Anfeindungen und Belästigungen musste sie aushalten – von ihren Erfahrungen berichtete sie später in sozialen Netzwerken. Das Tageblatt hat sich mit der Betroffenen unterhalten.
Auf der Zugfahrt von Luxemburg-Stadt nach Esch wurde Irène mehrmals Opfer von übergriffigem Verhalten Symbolbild: Pixabay
„Wenn ich Revue passieren lasse, was geschehen ist, werde ich wütend“, sagt Irène. Während sie spricht, schieben sich blonde Strähnen vor ihr Gesicht. Sie streicht die Haare mit einer jähen Bewegung zurück und runzelt ihre Stirn. Auf ihrem Schoß liegt ein schmaler Stapel Blätter. Es sind Notizen, die sie sich gemacht hat, um im Gespräch nichts zu vergessen. Irène wollte nur über Videocall mit einer Tageblatt-Journalistin sprechen – die Redaktion in Esch aufzusuchen, traute sie sich nicht. „Zu viel Angst“, sagt sie. „Es gibt sicher jetzt viele Leute, die mein Gesicht kennen.“