Neue Organisation HUT
Fedas-Generalsekretär: Verteilung der Caritas-Arbeiter auf bestehende Stellen wäre sinnvoller
Einige Caritas-Mitarbeiter haben bereits bei der neuen Organisation „HUT – Hëllef um Terrain“ ihren Vertrag unterschrieben – obwohl die Umstände dafür von mehreren Seiten scharf kritisiert wurden. Am Dienstagmorgen hat sich der Generalsekretär des Luxemburger Verbands der Akteure im Sozialwesen zu der aktuellen Situation geäußert.
Thomas Lentz ist Generalsekretär des Verbands Fedas Foto: Fedas
Thomas Lentz, Generalsekretär der „Fédération des acteurs du secteur social au Luxembourg“ (Fedas), hat sich am Dienstagmorgen bei RTL zur Caritas-Affäre geäußert. Auf das Vorgehen der neuen ASBL „HUT – Hëllef um Terrain“ angesprochen, erklärt Lentz zunächst den Ansatz der Fedas: Wieso braucht man überhaupt eine neue Organisation, wenn es doch in dem Sektor genügend bestehende gibt? Dort hätte man überlegen können, ob es nicht sinnvoll wäre, die Aktivitäten in bereits vorhandene Strukturen zu integrieren, so der Generalsekretär.
Bei diesem Ansatz hätte man den Menschen laut Lentz auch generell mehr Transparenz darüber geben können, wofür die jeweiligen Stellen bereits stehen, statt es bei einer neuen erst herausfinden zu müssen. Als Beispiele nennt er das Rote Kreuz, die Elisabeth-Gruppe und die Vereinigung Arcus. Die Fedas habe sich auch darum bemüht, Gespräche mit der Regierung anzustoßen, um suchenden Mitarbeitenden einen Platz in Unternehmen aus dem Verband anzubieten. Allerdings sei ein Treffen mit dem Gesundheitsministerium wieder abgesagt worden, mit dem Argument, dass dafür mehr Ministerien mit am Tisch sitzen müssten. Die Fedas habe auch mehrere Briefe an Premierminister Luc Frieden (CSV) geschrieben, der derzeit den Krisenstab zur Caritas-Affäre leitet. Der jüngste Brief sei vom Montag, 30. September. Der Verband hoffe weiterhin, noch eine Antwort von Frieden zu bekommen.
Der Umgang mit dem Transfer der Mitarbeitenden von der Caritas zur neuen Organisation HUT wurde nämlich scharf kritisiert – unter anderem vom OGBL (das Tageblatt berichtete). Die Gewerkschaftspräsidentin Nora Back nennt die neuen HUT-Verträge „illegal und moralisch verwerflich“. Die Verträge, die die Caritas-Nachfolgestruktur den Noch-Mitarbeitern der NGO vorlege, seien „schlimm“, sowohl von der Form als auch vom Inhalt her, so Back. Die Arbeitsbedingungen würden sich im Vergleich zur Caritas verschlechtern. Auch die LSAP meldete sich am Montag in einer Pressemitteilung zu Wort. Es sei skandalös, wie mit den Caritas-Mitarbeitern umgegangen werde. Man habe ernsthafte Zweifel ob der Legalität dieser Methode und fordere Premier Frieden dazu auf, einzugreifen.
Unseren Überblick über die Hintergründe können Sie hier nachlesen: Caritas-Mitarbeiter unterzeichnen HUT-Verträge unter Druck – OGBL kritisiert Zustände