Uni Lëtzebuerg
Eine Entität, zwei Audits und kein Vertrauen: Abgeordnete kritisieren Hochschulministerin Obertin
Zwei Audits sollen die Missstände aufklären, über die in den vergangenen Monaten in den Medien berichtet wurde. Doch noch bevor die externen Prüfer ihre Arbeit aufnehmen können, stellt sich auf gleich mehreren Ebenen die Vertrauensfrage.
Die einzige Luxemburger Universität wird nach außen als Erfolgsstory vermarktet, während hinter verschlossenen Türen von Günstlingswirtschaft die Rede ist Montage: Editpress
Toxisches Arbeitsklima, Vetternwirtschaft in verschiedenen Fakultäten, ungerechtfertigte Entlassungen: Die Liste der Vorwürfe, die (ehemalige) Mitarbeiter in den vergangenen Monaten gegen die Universitätsleitung erhoben haben, ist lang. Zunächst reagierte die Universität Luxemburg selbst und bestritt auf einer Pressekonferenz ein systemisches Problem – die Enthüllungen in den Medien seien auf „ein paar Frustrierte“ innerhalb der Universität zurückzuführen. Dann schaltete sich die Politik ein: Direktor Jens Kreisel musste sich in der Hochschulkommission der Chamber verantworten.
Die Universität kündigte daraufhin ein externes Audit an. Kritik ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Das Lastenheft wurde von der Uni selbst ausgearbeitet. Im Fokus stehen Personalabteilung und Rekrutierungsprozesse, der Zeitraum beträgt sechs Monate. Der Bericht soll dem hauseigenen „Conseil de Gouvernance“ vorgelegt werden. Mehrere Abgeordnete befürchten deshalb, dass die Unabhängigkeit des Audits gefährdet ist. Ihr Hauptkritikpunkt: Die Governance-Strukturen der Universität sollen darin nicht näher analysiert werden. Das „cahier de charges“, das laut Kommissionssitzung vom 27. Januar am 6. Februar vorgestellt werden sollte, ist zudem erst seit vergangenem Freitag auf der Plattform für öffentliche Ausschreibungen zugänglich.