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„Ein absolutes No-Go“: Unternehmer Flavio Becca klagt gegen Reporter.lu und Journalistin Véronique Poujol

Flavio Becca hat eine Klage wegen Verleumdung gegen Reporter.lu und die Journalistin Véronique Poujol eingereicht. Für Christoph Bumb handelt es sich um einen Einschüchterungsversuch.

Flavio Becca hat eine Klage wegen Verleumdung gegen Reporter.lu und die Journalistin Véronique Poujol eingereicht. Für Christoph Bumb handelt es sich um einen Einschüchterungsversuch. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Auf keinen Fall verzerren wir die Realität. In der Affäre Flavio Becca sind wir gewissenhaft vorgegangen.“ Warum Flavio Becca Reporter.lu wegen Verleumdung vor Gericht zerrt, dafür gibt es laut Christoph Bumb nur einen Grund: Einschüchterung. Auslöser ist ein Artikel mit dem Titel „La cuisine fiscale de Flavio Becca“ der Journalistin Véronique Poujol. Sie hatte über den Becca-Uhrenprozess geschrieben.

„Wir stehen voll hinter Véronique Poujol“, sagt Christoph Bumb, „und protestieren ganz entschieden gegen diesen Einschüchterungsversuch“. Konkret zum Fall Becca will sich der Geschäftsführer von Reporter Media Sàrl-s und Chefredakteur von Reporter.lu, nicht äußern. 

Die Mitglieder der Reporter.lu-Redaktion seien höchsten journalistischen Standards verpflichtet, betont Christoph Bumb. „Bei Reporter.lu berichten die Journalisten sorgfältig und wahrhaftig. Unabhängig von politischen, wirtschaftlichen, weltanschaulichen, religiösen und privaten Interessen. Die obersten Prinzipien für die Arbeit an den Texten müssen Aufrichtigkeit und Verständlichkeit sein. Alles andere ist ebenfalls wichtig, darf aber nicht zulasten von Aufrichtigkeit und Verständlichkeit gehen.“ In einer Zeit, in der die Wahrhaftigkeit der Medien in Zweifel gezogen werde, sei das wichtig, um den Qualitätsjournalismus zu verteidigen, so Christoph Bumb. „Für unsere Arbeit gilt der Grundsatz: Die Geschichte muss stimmen. Wir dürfen und müssen thematisieren, dass man Sachverhalte und Personen auch aus anderen Perspektiven sehen kann.“

Journalisten von Reporter.lu überprüften vor der Veröffentlichung sorgfältig die Richtigkeit ihrer Texte. Bumb ist sich bewusst, dass es „auf jedes Wort ankommt“. Der Faktencheck gehöre zum Erhalt des Reporter-Markenkerns.

Wir hätten noch Glück in Luxemburg – im Ausland sehe es ganz anders aus, sagt Bumb. Im Ausland sei die investigative Presse jeden Tag mit gerichtlichen Anklagen konfrontiert. Der Reporter.lu-Chefredakteur will sich wehren. Es sei ein absolutes No-Go, wenn versucht wird, die Presse einzuschüchtern, betont Bumb.

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