„Europa muss Verantwortung übernehmen“

Ein Gespräch mit Verteidigungsministerin Yuriko Backes vor der Münchner Sicherheitskonferenz

Wir erreichen Yuriko Backes per Telefon in Brüssel. Nach zwei NATO-Sitzungen geht es für die Luxemburger Verteidigungsministerin direkt von der europäischen Hauptstadt nach München, wo am Freitag die Münchener Sicherheitskonferenz (MSC) beginnt. Es ist Backes’ zweiter Besuch bei der MSC. Der aggressive Auftritt von US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Jahr hat einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen. Ausgemacht ist 15 Uhr. Punkt 15 Uhr klingelt, militärisch präzise, das Telefon.

Yuriko Backes bei ihrer zweiten Sicherheitskonferenz, geprägt durch Luxemburgs Verteidigungsministerin, Gesprächsszene

Yuriko Backes nimmt an ihrer zweiten Sicherheitskonferenz teil – die erste hat Luxemburgs Verteidigungsministerin nachhaltig geprägt Foto: Editpress/Julien Garroy

Tageblatt: Sie reisen zu Ihrer zweiten Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Vergangenes Jahr prägte die Rede des amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance die Konferenz, die, es lässt sich kaum anders sagen, Europa gegenüber feindlich gesinnt war. Wie war Ihr Eindruck dieses Auftritts?

Yuriko Backes: Mein Eindruck war so nachhaltig, dass ich das Badge behalten habe, den Besucher bei solchen Events erhalten. Normalerweise werfe ich diese sofort weg, doch diesen habe ich behalten, weil mich die Rede von JD Vance so markiert hat. Das ging aber nicht nur mir so, sondern auch anderen, die im Gegensatz zu mir bereits mehr Erfahrung mit der MSC hatten. Auch die sind damals richtig erschrocken.

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