Standpunkt

Die Politik der Angst

Es sorge demnach ein Fürst, die Oberhand und den Staat zu behaupten, so werden die Mittel immer ehrenvoll, und von jedermann löblich befunden werden: weil der Pöbel immer von dem, was scheint, und der Dinge Erfolg befangen wird; und in der Welt ist nichts als Pöbel. (Nicolò Machiavelli, Der Fürst, Kap. 18)

Die Politik der Angst

AFP

In einem kurzen Blogbeitrag weist der italienische Philosoph Riccardo Manzotti zu Recht darauf hin, dass Experten in der heutigen Krise weniger nach den Übertragungsmechanismen von Viren gefragt werden als nach Verhaltensanleitungen. Der Wissenstransfer, mit dem Wissenschaftler zu einem verantwortungsvollen und aufgeklärten Umgang mit der bedrohlichen Situation beitragen könnten, weicht gemeinhin der Logik von Nachfrage und Angebot von Regeln und Richtlinien, von Verboten und Strafen. Der Eifer, mit dem sich die verschiedensten Wissenschaftler, ganz besonders hier in Luxemburg, in öffentlichen Medien mit solch persönlichem Souveränitätsstreben hervortun, zeugt von einem tiefen, wenn auch unbewussten Verständnis realpolitischer Praxis.

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