Justiz
Das Wunderkindy: Der bizarre Rechtsstreit des Cactus-Sprosses um 200 Millionen Euro
Cactus-Erbe, Bauträger, Lebemann: Kindy Fritsch war eine schillernde Persönlichkeit. Heute ist er ein Mann im Überlebenskampf gegen Staat, Justiz und einen der größten Prüfungskonzerne des Landes. Seine eigene Erzählung verrät dabei mehr, als ihm lieb sein dürfte.
Einst noch voller Hoffnung: Immobilieninvestor Kindy Fritsch in den 2010er-Jahren Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard
Die Stellungnahme, die Kindy Fritsch am Mittwoch in eigener Sache verbreiten ließ, zeichnet das Bild eines verzweifelten Mannes. Einerseits klagt er, die Staatsanwaltschaft habe ihn vorübergehend von jeder Einkommensquelle und jeder Liquidität abgeschnitten. Auf der anderen Seite ernennt er sich sarkastisch zum „Weltmeister unter den Investmentfondsmanagern“ und führt die Berechnungen seiner Kläger ad absurdum.
Der Text liest sich wie ein Facebook-Post, aufgeregt und befreit von jedem Wunsch nach Kohärenz. Dass Fritsch ihn einen Tag nach der Stellungnahme seines Anwalts verschickt und offensichtlich keine Ahnung von den presserechtlichen Bestimmungen eines „Droit de réponse“ (so ist das Dokument überschrieben) hat, verrät auch, dass der Mann sich um Formalitäten und Prozeduren nicht besonders schert.