Corona-Cluster
CSV fordert Aufklärung nach Todesfällen in Altersheimen – Cahen reagiert auf Vorwürfe
Die Corona-Cluster in den Seniorenheimen beschäftigen die CSV. Die Chamber-Fraktion der Partei hat deswegen am Donnerstag sogar zu einer Pressekonferenz geladen. Hier beschuldigten die konservativen Abgeordneten Familienministerin Corinne Cahen der „Vertuschung von Tatsachen“. Für die Parlamentarier sei Cahen „nicht mehr tragbar“, einen Rücktritt forderten sie aber nicht. Corinne Cahen reagierte gegenüber dem Tageblatt auf die Vorwürfe – und wies sie entschieden von sich.
Komplexes Thema und viele Anschuldigungen: Die Corona-Cluster in den Altersheimen polarisieren die politische Landschaft Symbolbild: Editpress/Alain Rischard
40 Bewohner von Luxemburger Altersheimen sind in den vergangenen drei Wochen gestorben, nachdem mehrere Corona-Cluster in drei Betreuungseinrichtungen entdeckt wurden. Das Thema treibt die Konservativen um: CSV-Fraktionschefin Martine Hansen und die beiden Abgeordneten Michel Wolter und Claude Wiseler haben am Donnerstagmorgen deshalb sogar eine außerordentliche Pressekonferenz veranstaltet. Die CSVler kritisierten dabei den Umgang der Regierung mit den Todesfällen – und beschuldigten Familienministerin Corinne Cahen, Tatsachen vertuschen zu wollen. „Die Regierung hat die Zahlen erst bekannt gegeben, als Gemeinden und Journalisten Fragen zu dem Thema stellten“, sagte Michel Wolter – und forderte politische Konsequenzen. „Die Mehrheitsparteien müssen einsehen, dass die DP-Ministerin Corinne Cahen eigentlich nicht mehr zu tragen ist.“ Eine konkrete Rücktrittsforderung wollten die drei Abgeordneten der größten Oppositionspartei aber nicht aussprechen. Auf der Pressekonferenz am Dienstag zur Lage in den Seniorenheimen widersprachen sich zuletzt „Santé“-Direktor Schmit und Joël Mossong, Epidemiologe bei der „Santé“, beim Thema der Sterblichkeitsrate in den Altenheimen.