Reserve schrumpft

CNS macht 2024 einen Verlust von 25,8 Millionen Euro

Die Reserve wird kleiner: Die CNS meldet für die Kranken- und Mutterschaftsversicherung einen Verlust von 25,8 Millionen Euro. Die Politik sucht aktuell nach Mitteln, um den Trend abzuwenden.

2024 waren im Durchschnitt 973.016 Menschen über die CNS abgedeckt

2024 waren im Durchschnitt 973.016 Menschen über die CNS abgedeckt Foto: Editpress/François

Es bleibt dabei: Die „Caisse nationale de santé“ (CNS) macht 2024 einen Verlust von 25,8 Millionen Euro, wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht. Den Betrag hatte die Gesundheits- und Sozialministerin Martine Deprez (CSV) bereits im Mai bei der Quadripartite in Düdelingen angekündigt. Im Herbst 2024 war die Krankenkasse noch von einem Defizit von 38 Millionen Euro ausgegangen.

2024 waren im Durchschnitt 973.016 Menschen über die Kranken- und Mutterschaftsversicherung der CNS abgedeckt. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Den Einnahmen von 4,52 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 4,55 Milliarden Euro gegenüber. Die Gesamtreserve schrumpft damit auf 936 Millionen Euro, was 20,6 Prozent der jährlichen laufenden Ausgaben entspricht,

Der Anstieg der Ausgaben ist insbesondere auf die Zunahme der Geldleistungen (+8,7 Prozent) und der Sachleistungen (+8,2 Prozent) zurückzuführen – die ambulanten Leistungen in Luxemburg sind mit einem Plus von 14,3 Prozent maßgeblich mitverantwortlich. Die Leistungen im Ausland verzeichneten hingegen einen moderateren Anstieg: +5,3 Prozent. Auf der Einnahmenseite hat der Beschäftigungsrückgang das Wachstum erwerbstätigen Beitragszahler gehemmt: 2024 ist die Zahl nur um ein Prozent angestiegen. 2023 waren es noch 2,1 Prozent und 2022 sogar 3,4 Prozent. Die Verwaltungskosten der CNS haben sich ebenfalls erhöht – um 2,2 Prozent. Mit 126 Millionen Euro entsprechen sie 2,3 Prozent der Gesamtausgaben.

Für 2025 rechnet die CNS mit einem voraussichtlichen Defizit von über 130 Millionen. Falls die Beschäftigungsrate weiter stagniere, werde laut Ministerin Deprez spätestens 2027 die Reserve der Krankenversicherung wohl unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestgrenze von zehn Prozent der laufenden Ausgaben sinken. In dem Fall müsste die CNS ihre Beiträge erhöhen.

Zwei Arbeitsgruppen sollen das verhindern. Die erste soll herausfinden, wie das steigende Defizit ohne Beitragserhöhung abgewendet werden kann. Die zweite Arbeitsgruppe soll die Ursachen für den gestiegenen Absentismus erforschen. Bis Herbst will die Ministerin gemeinsam mit den Sozialpartnern und Ärzten Wege finden, um die Situation wieder in eine andere Richtung zu führen. (dr)

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